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Finnland 2008

Eigentlich hĂ€tte hier ein Schottland-Reisebericht stehen sollen
aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Da man uns an der FĂ€hre DĂŒnkirchen-Dover nicht mit unserem Hund nach England lassen wollte, da es ein Problem mit dem Mikrochip gab, kehrten wir drei Wochen vor Start dieser Tour unverrichteter Dinge wieder nach Hause zurĂŒck. Hier wollten wir alles von unserem Tierarzt richten lassen, aber da ein UnglĂŒck selten allein kommt, stĂŒrzte ich am Samstag morgen und fiel genau auf meinen Oberkiefer, was mir den Verlust einer Krone und eine Fraktur der beiden oberen SchneidezĂ€hne einbrachte. Damit hatte sich der erneute Fahrtantritt erledigt. Zum GlĂŒck konnten wir beide unseren Urlaub um 3 Wochen verschieben, so das nun der 29.08.2008 als neuer Reisetermin fest stand, sofern von meinen ZahnĂ€rzten das Okay kommen wĂŒrde. Das wurde buchstĂ€blich am letzten Tag erteilt. Wir hatten inzwischen durch mehrmaliges Nachlesen festgestellt, dass sich das Mikrochip-Problem nicht so einfach lösen lies und haben kurzerhand die komplette Reiseplanung umgeschmissen und Skandinavien, insbesondere Finnland, ins Auge gefasst.

Infos ĂŒber Finnland

Der Eigenname Finnlands ist Suomi. Es umfaßt eine FlĂ€che von
338.145 kmÂČ und ist das siebtgrĂ¶ĂŸte Land Europas.
65 % dieser LandflĂ€che sind von Wald bedeckt und 10 % sind Wasser, obwohl einem das viel mehr vorkommt. Finnland ist landschaftlich vollkommen anders als die beiden skandinavischen NachbarlĂ€ndern, denn nur wenige Erhebungen erreichen die 1000m-Marke, dafĂŒr gibt es ca. 187.000 Seen und 179.000 Inseln.
93 % aller Finnen sprechen finnisch. Diese Sprache unterscheidet sich ebenfalls extrem von denen der beiden anderen LĂ€nder. Rund 6 % der Einwohner sprechen schwedisch und das ĂŒbrige 1 % unterhĂ€lt sich auf SĂĄmi miteinander.

Das Land ist unterteilt in 5 Verwaltungsbezirke: SĂŒdfinnland, Westfinnland, Ostfinnland, Oulu und Lappland. DarĂŒber hinaus gibt es noch die autonomen Aland-Inseln, die im Bottnischen Meerbusen liegen.

Die Bevölkerungsdichte in Finnland betrĂ€gt durchschnittlich 16,7 Einwohner/kmÂČ, was ca. 5 Mio Einwohnern entspricht. Diese verteilen sich jedoch Ă€ußerst ungleichmĂ€ĂŸig ĂŒber ihr Land. Der SĂŒden Finnlands ereicht eine fast mitteleuropĂ€ische Bevölkerungsdichte, wĂ€hrend der Norden mit 2,2 Einwohnern/kmÂČ fast als menschenleer gelten kann.

Das heutige Finnland ist eine recht junge Nation. Erst 1919 wurde die Republik Finnland ausgerufen. Davor stritten sich Schweden und Russland in stĂ€ndigem Wechsel ĂŒber die Herrschaft in dieser Region.

Die FĂ€hrverbindungen sind sehr zahlreich und sehr unterschiedlich.
Man kann direkt von Deutschland nach Helsinki fahren, ist aber dann lange auf See. Ansonsten bieten sich Überfahrten von Schweden oder Tallin an, oder der Landweg ĂŒber Schweden, wenn man in den Norden Finnlands reisen möchte
.

Wir entschieden uns fĂŒr die Anreise ĂŒber die Vogelfluglinie ( Puttgarden - Rodby und Helsingor - Helsingborg und dann die schwedische OstkĂŒste entlang. Wir wollten vom Norden Finnlands in den SĂŒden und ĂŒber die Aland - Inseln zurĂŒck.

Freitag, 29.08.2008 

Versehen mit diversen Medikamenten fĂŒr alle ZahneventualitĂ€ten ging es nach der Arbeit um 15.45 Uhr in Gelsenkirchen los.
Wir kamen gut durch, bis auf einen Stau in Hamburg und erreichten Puttgarden um 21.45 Uhr, konnten direkt auf die FĂ€hre durchfahren und verließen diese um ca. 22.30 Uhr in Rödby wieder, freuten uns, das alles so gut geklappt hatte und beschlossen, die 180 km bis Helsingör noch zurĂŒckzulegen und vielleicht auch noch ĂŒberzusetzen.
Der Entschluß hielt genau 20 km, dann gab es einen lauten Knall und die Batterieanzeige sprang an. Unser Keilriemen hatte sich verabschiedet. Somit endete die Fahrt auf einem Rastplatz kurz hinter Rödby, da wir ja in der Dunkelheit eh nichts mehr ausrichten konnten. 

Samstag, 30.08.2008 

Leider hatte sich auch am Morgen nichts an der Tatsache des verschwundenen Keilriemens geÀndert.
Da leider bei unserem Fiat nicht  nur die Lichtmaschine sondern auch die Wasserpumpe von dem Keilriemen angetrieben wird, war natĂŒrlich auch an eine weitere Fahrt nicht mehr zu denken.
Mit einer Notlösung kÀmpften wir uns bis ins 4 km entfernte Maribo vor, nur um festzustellen, dass wir erstens nirgendwo einen Keilriemen herbekamen und zweitens auch in DÀnemark die WerkstÀtten samstags geschlossen sind.
Wozu ist man also mit einem Euro-Schutzbrief versehen. Der Griff ging zum Telefon und die Pannenhilfe wurde aktiviert. Zum GlĂŒck kannte sich der Abschleppwagen-Fahrer, den man uns schickte, in Maribo gut aus. So lotste er uns ein paar hundert Meter zu einer kleinen Autowerkstatt, statt uns zurĂŒck bis nach Nakskov zu schleppen. Hier mussten wir zwar auch bis Montag warten, aber wir hatten einen ruhigen Stellplatz mit Strom im Hof der Werkstatt. Das Wochenende verbrachten wir also nun ungeplant in Maribo,
das sich als ganz nettes StÀdtchen entpuppte.
Trotzdem waren wir schon wieder ziemlich angenervt
.

Montag, 01.09.2008 

Direkt zu Arbeitsbeginn um 8.00 rollte man unsere Möhre auf die BĂŒhne und machte sie wieder startklar.
Wir nutzten die Zeit fĂŒr ein paar kleine EinkĂ€ufe und konnten um
10.00 Uhr endlich weiter Richtung Norden dĂŒsen.
Bereits am Wochenende hatten wir dann die Tour geĂ€ndert und den geplanten Abstecher bis nach Kirkenes aus dem Programm gestrichen. Die Fahrt am heutigen Tag fĂŒhrte uns ĂŒber die ereignislose E4
bis in die NĂ€he von Uppsala.
Wir verbrachten die Nacht an einem Badesee in Björklinge
.

Schloss Helsingor

Der Badesee in Abendstimmung

Dienstag, 02.09.2008 

Irgendwie konnten wir beide nicht lange schlafen und so waren wir um 7.30 Uhr schon wieder auf der Piste.
Die Rennstrecke gen Norden kommen wir gut voran, hier wird krĂ€ftig gebaut, bald kann man bestimmt schnurgerade bis Haparanda dĂŒsen. Nach einer verlĂ€ngerten Mittagspause erreichten wir gegen 20.30 Uhr Pitea. Hier wollten wir die Nacht an einem Stellplatz am Pite-Älv verbringen.
Mitten in der Nacht hatten wir jedoch dann mal die Idee, das Krankenhaus von Pitea zu besuchen, da Peters Kreislauf plötzlich so gar nicht mehr mitspielen wollte. Zum GlĂŒck war aber nichts Ernsthaftes feststellbar, außer eines ziemlich hohen Blutdrucks.
Das bekamen die jungen Damen, die Peter umsorgten, jedoch schnell in den Griff und so konnten wir gegen 4.00 Uhr zu unserem Stellplatz zurĂŒckkehren. Der Rest der Nacht war jedoch irgendwie unruhig
.

Der Stellplatz kurz vor Pitea

Ausblick auf den Pite-Älv

Mittwoch, 03.09.2008 

Am Morgen ging es Peter nach einem kleinen Spaziergang auch wieder relativ gut und wir beschlossen, weiterzufahren.
Nach gut zwei Stunden fahrt begegnete uns die erste Elchfamilie, die ein StĂŒck entfernt an einem See stand. Leider konnte man nicht zum fotografieren anhalten.
Gegen Mittag erreichten wir die finnische Grenze, stellten artig unsere Uhr eine Stunde vor, und setzten die Fahrt nun durch Orte fort, die kein Mensch wirklich aussprechen kann.
Wir stoppten nochmal fĂŒr einen Einkauf und erreichten unser Tagesziel, den Pallastunturii Nationalpark so gegen 16.00 Uhr.
Auf dem großen Parkplatz unterhalb des Hotels standen wir ganz einsam und verlassen in einer Ecke. Da das Wetter noch schön war, gab es noch eine kurze Runde durch die gut markierten Wanderwege des Nationalparks.
Infos ĂŒber den Park bekommt man im NP-Center, das sich beim Hotel befindet. Laut dem Womo-FĂŒhrer soll man dort auch gut essen können, wir haben das allerdings nicht getestet
.

Der Wanderweg

Blick auf das Hotel

Rentiere gabs natĂŒrlich auch..

Der Stellplatz

Donnerstag, 04.09.2008 

Eigentlich wollten wir heute morgen dann noch eine Tour durch den Nationalpark machen, aber dieser prĂ€sentierte sich in dichtem Nebel. Außerdem mussten wir unser Fenster wieder neu abdichten. Unsere alte Reparatur mit ein wenig Dichtmasse und gutem Tape hatte ihren Geist aufgegeben und wir hatten nach dem Regen in der Nacht leichten Wassereinbruch im Wohnbereich. Irgendwie sind wir vom Pech verfolgt, hoffentlich geht das nicht so weiter.
Da der Nebel sich immer noch nicht verzogen hatte, als unsere Reparaturarbeit beendet war, setzten wir unsere Fahrt nach Inari fort. Die 955 erweist sich nach kurzem TĂ€uschungsmanöver auf guten 90 km als wahre Marterstrecke mit Schlaglöchern und Schlammstrecke ohne Asphalt. Fahrern neuerer Wohnmobile ist das sicher nicht zu empfehlen, selbst bei unserer Möhre tat uns jeder Huckel weh. (HĂ€tte man vorher den ReisefĂŒhrer richtig gelesen, hĂ€tte mans gewußt)
Ab Pokko ist die Straße wieder gut und man kann die Aussicht ĂŒber die grenzenlose Weite der Moor- und Heidelandschaft genießen, sollte aber immer ein Auge auf freilaufende Rentiere haben.
FĂŒr die 250 km bis nach Inari brauchen wir so gut 4,5 Stunden und erreichen am frĂŒhen Nachmittag den eingeplanten Campingplatz mit toller Aussicht auf den See. Es gibt noch eine Runde durch die nicht sehr schöne Stadt, die aber irgendwie trotzdem ihren Charme besitzt.
Gegen Abend kommt nochmal die Sonne raus,
und wir testen unser neu erstandenes Schlauchboot
.

Die Schotterpiste

Hund und Herrchen beim Schlauchboottest

Freitag, 05.09.2008

Nach dem FrĂŒckstĂŒck klart der Himmel auf, wie fĂŒr uns gemalt, denn wir wollten heute zur PielpajĂ€rvie-Wildmarkkirche laufen.
Die Kirche wurde 1760 eingeweiht und ist nur per Boot oder zu Fuß erreichbar. Sie befindet sich an einem heiligen Platz der SĂĄmi und lag frĂŒher in ihrem Siedlungsgebiet. Als 1876 die heutige Gemeinde Inari gegrĂŒndet wurde, blieb die Kirche verlassen zurĂŒck und wurde nie umgebaut oder verĂ€ndert.
Von Inari aus sind das ca. 7 – 8 km dorthin, die ersten 2,5 entlang einer wenig befahrenen Straße und vom Parkplatz aus den Rest durch den Wald.
FĂŒr den Weg sollte man gut zu Fuß sein und unbedingt Wanderschuhe tragen, denn es geht die ganze Zeit ĂŒber Wurzeln und durch Findlingsfelder. Wenn man sich zwischendurch mal Zeit nimmt, sich auf die Landschaft, statt auf den Weg zu konzentrieren, erwarten einen wunderbare Aussichten ĂŒber die Seen-Landschaft. Im Wald ist es stellenweise so still, das das eigene Atmen ĂŒberlaut stört. FĂŒr den ersten Tag ist diese Strecke schon eine ordentliche Partie und wir erreichten irgendwann schon ziemlich abgekĂ€mpft die Kirche.
Ein Gotteshaus mitten in der Wildnis hat schon was.
Die herrliche alte Holzkirche kann man betreten, es ist allerdings recht duster darinnen, da die FensterlÀden zu sind.
Das Innere ist schlicht aber trotzdem beeindruckend und es gibt ein GĂ€stebuch, in dem man sich verewigen kann.
Nach kurzer Rast treten wir den RĂŒckweg an und erreichen gute 5 Stunden spĂ€ter wieder völlig abgekĂ€mpft unser Wohnmobil.
Vielleicht hÀtten wir doch bis zum Parkplatz fahren sollen.
Die Wanderung zu dieser Kirche ist aber wegen der wunderschönen Landschaft und der meiner Meinung nach beeindruckenden Kirche auf jeden Fall lohnenswert, wenn man hier schon mal vorbeikommt
.

Der Weg...sah die ganze Zeit so aus !

einer der Ausblicke vom Weg

Die Kirche von oben...

... und von vorne

Samstag, 06.09.2008

Wir wurden mit schönem, aber kaltem Wetter geweckt und mit viel Muskelkater. Nachdem wir auf dem CP alles erledigt hatten, fuhren wir noch zum Sami-Museum in Inari.
FĂŒr 9 EUR Eintritt pro Person kann man dort einige Zeit in das Leben der Samen von frĂŒher Zeit bis heute an eintauchen.
Die Geschichte der Samen gleicht, finde ich, derer vieler anderer Naturvölker und letztlich war es nur der Zusammenschluß der vielen unterschiedlichen samischen Gruppen, der es ermöglicht hat, ihre Rechte und ihre Lebensweise durchzusetzen.
Gut kann man in den Bildern und kleinen Videoclips auch erkennen, wie so ein Polarwinter von statten geht. Mir eindeutig zu kalt
bibber


Nach kurzem AuffĂŒllen der BordvorrĂ€te fuhren wir weiter bis zu einem Stellplatz in der NĂ€he von Peurasuvanto, direkt am See auf einer kiesigen Landzunge. Hier lassen wir in aller Ruhe den Tag vergehen und bestaunen abends einen schönen Sonnenuntergang
.

Sonntag, 07.09.2008

Obwohl nur unweit der Straße, haben wir eine sehr ruhige Nacht verbracht. FĂŒr den heutigen Tag stand der Riisitunturi-Nationalpark als Ziel auf dem Programm, wo wir den gleichnamigen Gipfel erklimmen wollen.
Wir erreichen den Parkplatz, den wir auch gleichzeitig als Stellplatz fĂŒr die Nacht nutzen, gegen Mittag. Da wir auf dem Weg hierher der Sonne entgegenfuhren, konnte uns auch nichts lange im Womo halten.
Schnell war der Rucksack mit allem Nötigen fĂŒr die Tour gepackt und schon ging es auf den 5 – km langen Gipfelweg.
Um diese Heldentat zu relativieren: der Berg ist nur etwas ĂŒber 400 m hoch und man kann auf einem zum grĂ¶ĂŸten Teil gutem Weg relativ bequem den Gipfel erreichen.
Wieder ist alles gut ausgeschildert und man kann sich auch ohne Karte eigentlich gar nicht verlaufen. Oben auf dem Berg werden wir mit einer grandiosen Aussicht belohnt.
Mangels topographischer Gebietskarte hat man leider keine Alternative fĂŒr den RĂŒckweg, außer man gehört zu den mutigen Menschen, die einfach irgendwelche Seitenwege ausprobieren.

Der Weg nach oben mit grandioser Aussicht

Der Stellplatz, von allen AusflĂŒglern verlassen

Montag, 08.09.2008

Der Muskelkater hat sich endgĂŒltig verflĂŒchtigt und die nĂ€chste Wanderung kann kommen. Also auf zum Hiidenportti-Nationalpark.
Dieser Park hat seinen Namen von der gleichnamigen Schlucht, die gemĂ€ĂŸ der Legende der Durchgang eines gewaltigen Naturgeistes in diese Welt ist.
Wir entscheiden uns fĂŒr die kĂŒrzeste aller drei Wander-Varianten und fahren zum Parkplatz Palolampi. Um bis dorthin durchzufahren, erfordert es mit dem Womo schon etwas Mut, denn die letzten 15 km sind Schotterpiste durch den Wald.
Am Eingang des Nationalparks findet man alles, was man benötigt, um die aus dem See gefangene oder im Wald gesammelte frische Nahrung direkt zuzubereiten. Es gibt eine offene Feuerstelle, aber auch einen großen Holz-Ofen, selbst die Pfannen hĂ€ngen an der Wand. Diese sehen auch schon etwas Ă€lter und hĂ€ufig benutzt aus

aber sauber !
Wobei bei uns wieder der Neid aufkommt, denn wir können uns nicht vorstellen, dass eine solche Stelle so offen zugÀnglich bei uns zu Hause lange heil wÀre.
Wem warm genug ist, der kann auch gleich ĂŒber den Badesteg in den See hĂŒpfen und ein erfrischendes Bad nehmen. Wir verzichten angesichts der Aussentemperaturen einfach mal und machen uns auf dem Weg zum Geister-Tor. Der Hinweg verlĂ€uft recht gut begehbar und wir erreichen gut die Schlucht, in der der See tief und unergrĂŒndlich scheint, was an der fast schwarzen FĂ€rbung des Wassers liegt.
Wie tief es hier wirklich ist, weiß ich leider nicht. Da recht ersichtlich die etwas gefĂ€hrlicheren Teile der Schlucht durch Seile abgesperrt sind, werden leidenschaftliche Kletterpartien hier unterbunden, aber auch so ist der Weg ĂŒber die Schlucht und zurĂŒck zum Parkplatz genug Kletterpartie. Insgesamt hat dieser Weg gute 3 km und wir haben in aller Ruhe und mit allen Fotostopps nicht ganz
1,5 Stunden gebraucht.
Völlig einsam mitten im Wald verbringen wir die Nacht auf dem Parkplatz
.

Der Stellplatz; hier war kein Mensch

Die HĂŒtte mit dem Holzofen

Die Schlucht von der einen...

und von der anderen Seite der BrĂŒcke

Dienstag, 09.09.2008

Gut erholt und im Zeitplan nun schon zwei Tage voraus, hatten wir vor, heute nur bis Iisalmi zu fahren und uns dort das Brauereimuseum und die Ausstellung des orthodoxen Kulturzentrums anzusehen und anschließend dort auf den Campingplatz zu fahren.
Der Campingplatz war jedoch zumindest ĂŒber Mittag nicht besetzt, aber scheinbar offen. So fuhren wir zunĂ€chst in die Stadt, fanden mit etwas MĂŒhe das Brauerei-Museum, dessen Info-Point jedoch nicht besetzt war. Da im angrenzenden Restaurant alle Mann damit beschĂ€ftigt waren, GĂ€ste zu bewirten oder selber zu Mittag zu essen, wollten wir nicht fragen, ob es eine FĂŒhrung gibt und erkundeten den kleinen offen begehbaren Teil des Museums auf eigene Faust. Ohne FĂŒhrung durch die Brauerei und Multimedia-Vorstellung benötigt man dafĂŒr jedoch maximal 30 min., interessant war es aber trotzdem.

Beeindruckender fand ich jedoch den Besuch des orthodoxen Kulturzentrums, vor allem der Kirche. Auch hier war man scheinbar nicht mehr so unbedingt auf Touristen eingestellt. Der Teil der Ausstellung, in dem die Miniaturen der karelischen orthodoxen Kirchen stehen, war frei zugĂ€nglich und niemand war an der Kasse. Den Raum mit den Ikonen konnten wir leider nicht besichtigen, da dort eine Gesellschaft saß und zu Mittag aß, das ganze ist nĂ€mlich an ein Hotel-Restaurant angegliedert. Es gibt dort noch einen Saal mit einem schönen Fenster und einer sehr schönen Wandmalerei.
Auf Nachfrage erhielten wir an der Rezeption des Hotels den SchlĂŒssel fĂŒr die Kirchen und konnten uns diese in aller Ruhe selbst ansehen, ganz allein
fĂŒr uns schon wieder kaum fassbar. Die krassen Unterschiede in dieser Kirche sind faszinierend. WĂ€hrend der Innenausbau aus sehr schlichtem Holzmaterial besteht, ist der Altar fast gĂ€nzlich gold-geschmĂŒckt und die beiden Ikonen rechts und links glĂ€nzen in Gold und Silber in der Sonne. Im wirklich krassen Gegensatz dazu stehen die klaren, aber völlig bunten Malereien an der Decke, die die 4 Evangelisten und etliche Propheten darstellen. Auch mehrere andere Darstellungen biblischer Geschichten finden sich in den Bildern.

Da wir die Stadt nicht sehr ansehnlich fanden und wir uns außerdem bei der RĂŒckkehr zum Womo noch ein Knöllchen von 30 EUR eingefangen hatten, weil wir keine Parkscheibe hatten, hielt uns dann doch nichts mehr in Iisalmi.

Es war noch frĂŒh am Nachmittag und wir nahmen dann doch das nĂ€chste geplante Ziel Oravi am Linnansaari – Nationalpark in Angriff.
Wir kamen gut voran und fuhren durch die finnischen WĂ€lder, in denen sich die Elche ebenfalls so gut vor uns versteckten,wie wir das schon aus dem Rest Skandinaviens gewohnt waren.

Urplötzlich erscheint ein Schild mit einem ins Wasser fallenden Auto.
 Wir bremsen mal vorsichtshalber und fallen nach der nĂ€chsten Kurve förmlich auf die FĂ€hre, von der ich weder vorher gelesen hatte, noch auf der Karte etwas zu sehen war. DafĂŒr brachte sie uns auch ganz unentgeltlich und zĂŒgig auf die andere Seeseite. Ein paar Kilometer weiter fĂ€hrt man links vor der nĂ€chsten BrĂŒcke in den Hafenbereich von Oravi. Hier befindet sich das Holiday-Center, der Kaufmann inkl. GaststĂ€tte, der Yachthafen und der CP-/Stellplatz. Die Nacht auf dem Parkplatz, der aber alles zu bieten hat, kostet inkl. Strom 10 EUR. Wer die heißen Duschen nutzen will muß noch mal mit 1 EUR in die Tasche greifen und eine Sauna gibt es auch, der Preis ist mir aber nicht bekannt. 
Wir suchten uns erstmal ein lauschiges PlÀtzchen auf dem leeren Platz und verbrachten eine ruhige Nacht
.

im Brauerei-Museum

Fenster und Wandmalerei im Kulturzentrum

in der orthodoxen Kirche

Mittwoch, 10.09.2008

Die Sonne weckt uns fröhlich auf.
Auf Nachfrage im Holiday-Center erfahren wir, dass es zur Hauptinsel des Nationalparks ein Wassertaxi gibt. Aus RĂŒcksicht auf unseren Hund verzichten wir auf das Mieten eines kleinen Motorbootes und greifen mit 60 EUR fĂŒr die Hin-und RĂŒckfahrt tief in Tasche, aber es lohnt sich.
Ich gehe davon aus, im Sommer kommt man auch gĂŒnstiger auf die Insel, weil man sich dann den Preis mit anderen teilen kann. Wir waren leider allein dort.
Wer mag kann nĂ€tĂŒrlich auch selbst paddeln, das ist allerdings ein ordentliches StĂŒck. Wir werden mit dem mit einem 150 PS-Außenborder bestĂŒckten Angelboot des Holiday-Centers zur Insel gejettet. Direkt nach dem Bootssteg erreicht man den Campingplatz des Holiday-Centers, der jedoch nur fĂŒr Zelte und die bereitstehenden obligatorischen HĂŒtten gedacht ist. Sonst auch hier alles vorhanden, was der naturliebende Wanderer und Übernachter benötigt.
Ein Grillplatz, eine HĂŒtte mit Sitzgelegenheiten, Holzofen und Gasherd (allerdings ohne Flasche, die muß man wohl mitbringen) und Plumpsklo im Wald sowie der in Finnland obligatorischen Sauna.
Die 8 km Wanderweg rund um die Insel inklusive Ausblick sind sehr lohnenswert und fĂŒhren durch einen herrlichen Wald, ĂŒber Seen und Steine und eine Schafweide. Die Aussicht ĂŒber den See ist phĂ€nomenal, nur leider sind keine Robben zu sehen, aber die sind wahrscheinlich da, wo weniger Touristen auftauchen.
PĂŒnktlich wie zuvor vereinbart werden wir wieder von unserem Wassertaxi eingesammelt, das noch eine Menge Proviant anschleppt. Scheinbar hat noch eine Gruppe vor, dort lĂ€nger zu ĂŒbernachten.
Wir jetten wieder zurĂŒck, dass uns nur die Ohren im Wind flattern. Insgesamt ein teures, aber schönes VergnĂŒgen und schließlich gönnt man sich ja sonst nix ;-).

Wichtig zu erwĂ€hnen ist noch, dass man bei dem Kaufmann Gasflaschen mit deutschem Anschluß erwerben kann. Sie sehen etwas anders aus als unsere deutsche AusfĂŒhrungm, passen aber vom Anschluß her perfekt.
Aufgrund der kalten NÀchte benötigen wir nÀmlich mal lieber noch eine Reserveflasche
.

auf dem Hinweg zur Insel

auf dem Weg und bei der Rast

Ausblick ĂŒber den Nationalpark

der Stellplatz

Donnerstag, 11.09.2008

Auch die zweite Nacht war trotz WM-Qualifikation zwischen Deutschland und Finnland sehr ruhig. Das Ergebnis war ja auch unentschieden.
Wir dĂŒsen wieder weiter Richtung SĂŒden, nicht ohne in Savonlinna einen Zwischenstopp an der Burg Olavlinna einzulegen. Die Burg ist eine von 4 StĂŒck in Finnland. Das Land wurde zwar bis Anfang des 20. Jahrhunderts stĂ€ndig zwischen Russland und Schweden hin- und hergeschoben, aber viele Verteidigungsbollwerke schien man nicht zu brauchen. Die FĂŒhrung in englischer Sprache erfolgt zu jeder vollen Stunde und war ausgesprochen interessant, zumal sie in Bereiche der Burg fĂŒhrt, die man sonst nicht besichtigen kann. Sie ist im Eintrittspreis enthalten. Gut 2 Stunden haben wir diese strategisch gĂŒnstig gebaute Burg besucht. Aufgrund des jĂ€hrlich stattfindenden Opernfestivals konnte man einen Teil der Burg nicht besichtigen, aber laut Aussage unseres FĂŒhrers gab es dort auch nicht allzu viel Sehenswertes mehr.
.

Burg Olavlinna

Danach machten wir uns weiter auf den Weg nach Lahti. Hier stellten wir zunĂ€chst einmal fest, dass der im „Mit dem Womo nach Finnland“ genannte Stellplatz am Fuß der großen Skischanze mittlerweile einen Höhenbalken besitzt. Also machten wir uns auf zur Touristinfo, um zu erfahren, welcher Campingplatz noch offen ist und wie wir von dort mit dem Bus in die Stadt kommen. Wir erhielten alle gewĂŒnschten Infos und ab gings zum Campingplatz. Per Zufall erwischten wir noch jemanden vor Ort, der uns den Code fĂŒr die Schranke gab, denn die Rezeption war erst wieder am nĂ€chsten Tag besetzt. Die nette Dame erklĂ€rte uns auch den Weg zur nĂ€chsten Bushaltestelle, der ca. 15 min. durch den Wald fĂŒhrte. An der Haltestelle direkt am CP fĂ€hrt der Bus nur morgens um 7 und abends um 8. Wir verbrachten eine ruhige Nacht auf dem gut ausgestatteten Campingplatz.

Freitag, 12.09.2008

Nach dem FrĂŒhstĂŒck gings also mit Waldspaziergang zur Bushaltestelle los. Der Bus war nicht der, den uns die junge Dame an der Touristinfo rausgesucht hatte, aber er fuhr alle Stunde zur City und zurĂŒck, das reichte uns ja und der Busfahrer war ausgesprochen hundelieb.
In der NÀhe des Hafens starteten wir unsere Rundtour durch Lahti, begonnen mit der Sibelius-Halle. Die Konzerthalle steht direkt am Hafen und ist wegen ihrer Holz-in-Glas-Baukunst sehr sehenswert. Auch die Verbindung mit dem alten Stein-GebÀude ist gut gelungen.
Im Sommer ist mit Sicherheit auch der Hafen mit seinen vielen Restaurantschiffen ein lohnendes Ziel. Da wir jedoch mit Hund eh nirgendwo reindĂŒrfen, machen wir uns auf in Richtung Sportstadium und Skimuseum. Dort stehen wir staunend vor den drei Skischanzen und fragen uns, ob das im Fernsehen hier auch immer so aussah.
Obwohl am Skimuseum kein Schild steht, wie sonst hier ĂŒberall ĂŒblich, dĂŒrfen wir unseren Hund nicht mitnehmen, so besuche ich das Museum allein, was natĂŒrlich nicht so viel Spaß macht, da man sich hier auch an Simulatoren im Skispringen, Biathlon-Schießen und Langlauf messen kann. Ansonsten ist das Museum, dass die Geschichte des (finnischen) Skisports zeigt, ganz nett gemacht, vor allem die Entwicklung der AusrĂŒstung finde ich spannend.

Nach dem Besuch im Skimuseum geht’s ab in die Innenstadt, wo wir noch kurz einen Blick auf das Rathaus und den Markt werfen. Nach weiteren Museumsbesuchen ist uns nicht zumute und da der Himmel sich sehr zugezogen hat, ziehen wir es vor, Richtung CP zu fahren. Hier ist nun auch jemand an der Rezeption, der uns 24 EUR fĂŒr die Nacht abnimmt, aber zu meiner Freude erklĂ€rt, dass heute abend die Sauna geöffnet ist und diese im Preis enthalten ist. So konnte ich mich herrlich wieder aufwĂ€rmen und hatte die Sauna fast fĂŒr mich alleine.

alter und neuer Teil der Sibelius-Halle

Der Hafen von Lahti

Die Skischanzen

von alt nach neu

Rathaus in Lahti

Samstag, 13.09.2008

Heute stand fĂŒr uns die Fahrt nach Vantaa ins Wissenschaftsmuseum Heureka an. Seit wir in Kopenhagen eine super Ausstellung in dieser Hinsicht besucht haben, zieht uns so etwas magisch an.
Leider haben wir nicht bedacht, dass heute Samstag ist. Es ist relativ voll dort und man kann nicht in Ruhe an die meisten GerĂ€te. Der nĂ€chste Film im Planetarium dauert uns auch zu lange, da die zwei Vorstellungen vorher wohl schon belegt sind. Alles in allem verbringen wir so gute 2 Âœ Stunden in der Ausstellung, es könnten wohl auch 3 – 4 werden mit Film. Es ist nicht so gut wie in Kopenhagen und leider auch nur in englischer Sprache und nicht in deutsch erklĂ€rt. So dauert es natĂŒrlich etwas lĂ€nger, bis man die Bedienung der GerĂ€te identifiziert hat.
Es macht aber trotzdem Spass und ist sehenswert. Der Eintritt fĂŒr Erwachsene nur fĂŒr die Ausstellung kostet 14,50 EUR, mit einem Film 19,00 EUR
.

Die untere Halle und Peter in Action

Wir setzen unsere Fahrt nach Turku fort, Helsinki haben wir nicht auf dem Programm.
Wir ĂŒbernachten auf einem kleinen Parkplatz eines Naturlehrpfades 30 km von Turku entfernt, wo wir eine ruhige Nacht verbringen, bis auf die Tatsache, dass wir mal wieder mitten in der Nacht die Gasflasche wechseln mĂŒssen, gut das wir in Oravi noch eine bekommen haben
.

Sonntag,14.09.2008

Am Morgen dĂŒsen wir dann nach Turku, wo wir als erstes am Schloss haltmachen und dieses besichtigen.
Der Rundgang durch das Schloß (Eintritt 7 EUR fĂŒr Erwachsene) dauert in aller Ruhe eine gute Stunde. Hier gibt es keine FĂŒhrung, dafĂŒr liegen in den RĂ€umen mit AusstellungsstĂŒcken ĂŒber ErklĂ€rungen in vielen Sprachen aus, anhand derer man sich gut zurechtfindet.

Danach schlendern wir entlang des Kais bis zum Marinemuseum. Nach einem Besuch ist uns nicht zumute, nur der Fracht-Großsegler „Suomen Joutsen“ zieht uns in seinen Bann. Kurz dahinter befindet sich eine als Museumsschiff am Hafen liegende Dreimast-Bark aus Holz. Eine der letzten, die man noch findet, doch auch hier ist uns heute nicht nach Besuch.
Wir suchen einen Parkplatz etwas nĂ€her der City und machen uns entlang des Flusses auf in Richtung Dom. Dieser ist sowohl von aussen, als auch von innen sehenswert, wobei sein schlichtes Äußeres das Innere zunĂ€chst nicht erwarten lĂ€sst. Eigentlich sind wir ein wenig enttĂ€uscht von der Stadt, da die schönen alten HolzhĂ€user inmitten der neuen HĂ€user fast untergehen und auch in keinem gepflegten Zustand sind, was auch fĂŒr das gesamte Zentrum gilt.
Man findet zwar immer mal wieder recht hĂŒbsche Ausblicke, aber in der Gesamtheit geht der alte Hausbestand unter. Laut ReisefĂŒhrer hĂ€tte die Stadt noch ein paar interessante Museen zu bieten, wie das Apothekenmuseum oder das „Arme-Leute-Dorf“, aber leider ist nirgendwo der Hund erlaubt.
Wir suchen noch die Touristinfo auf, da wir noch erfahren wollen, ob unsere Preisvermutung fĂŒr die Aland-FĂ€hren richtig ist. Genau weiß man es dort auch nicht, aber man sieht es zumindest genauso wie wir.  ZurĂŒck am Auto, beschließen wir, das doch auch sofort zu testen und dĂŒsen los in Richtung Kustavi, wo uns die erste FĂ€hre bis nach BrĂ€ndö bringen soll, wo wir die Nacht verbringen wollen. Wir erreichen die FĂ€hre, und siehe da, es klappt. Die 20 – minĂŒtige Überfahrt bietet schon mal einen kleinen Eindruck von der SchĂ€renlandschaft, die nach jeder Kurve oder Vorbeifahrt an einer Insel wieder anders aussieht. Die vielen kleinen Steinklötzchen im Wasser faszinieren uns sehr. Der Trip hat sich schon mal gelohnt. In BrĂ€ndö finden wir auch den CP, nachdem wir zuerst dran vorbeigefahren sind, aber erstmal niemanden bei dem wir bezahlen können. Es ist aber alles offen und Strom gibt’s auch, also warten wir mal den nĂ€chsten Morgen ab
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Das Schloss in Turku

die beiden Dreimaster im Hafen

Der Dom zu Turku

erste SchĂ€ren - EindrĂŒcke

Montag, 15.09.2009

Jetzt waren wir also auf den Aland - Inseln, dieser merkwĂŒrdigen Inselansammlung mitten im Bottnischen Meerbusen.
Niemand unserer Freunde, die bisher in Finnland waren, konnte uns etwas darĂŒber erzĂ€hlen, die FĂ€hre fuhr immer nur dran vorbei.
Der einzige Kommentar dazu war: “ Da ist ja eh nix “
Welch einem Irrtum sie da unterliegen.

Die Aland - Inseln gehören zu Finnland, sind aber eigentlich autonom.
Sie haben eine eigene Flagge, eigene Autokennzeichen und eigene Briefmarken und die Insulaner sprechen schwedisch.
Die Anzahl der zum Archipel gehörenden Inseln wird auf ca. 6500 geschÀtzt,
wir sind also jetzt auf einer von ihnen gelandet, so ziemlich der nordöstlichsten bewohnten, auf BrÀndö.

Auch an diesem Morgen fand sich jedoch niemand, der fĂŒr den Campingplatz zustĂ€ndig gewesen wĂ€re... lediglich das â€œĂ¶ppet” - Schild war weggerĂ€umt.
Wir suchten nochmal das GelĂ€nde ab, aber keiner zu sehen oder zu hören, also machten wir uns wieder auf den Weg, wir hatten schließlich den FĂ€hrfahrplan vor Augen, und die fahren hier nicht gerade alle paar Minuten.
 

am FĂ€hrhafen von Torsholma

ein RĂŒckblick auf die Straße...

Damit man die von den Aland - Inseln subvetionierte kostengĂŒnstige FĂ€hrlinie nutzen kann, muß man drei Übernachtungen auf den Alands haben.
Wir legten unseren zweiten Zwischenstopp auf Kumlinge ein.
Die Suche nach dem Campingplatz ging ĂŒber die kleinen Nebenstraßen der Insel, aber wir fanden ihn dann doch. Die Überraschung an diesem Platz, der eigentlich schon mehr oder weniger geschlossen war, weil die Duschen gerade renoviert wurden, waren seine deutschen Besitzer. Das Ehepaar war vor einigen Jahren zu einem Segeltörn aufgebrochen und eigentlich nicht wieder nach Deutschland zurĂŒckgekehrt.
Gegen einen geringen Obulus fĂŒr die Stromnutzung konnten wir uns aber trotzdem dort hĂ€uslich fĂŒr eine Nacht einrichten.
Wir machten noch einen kleinen Spaziergang durch den nahe gelegenen Wald bis zum Wasser und beendeten den Tag mit einem faulen Nachmittag.

Dienstag, 16.09.2009

Am nÀchsten Morgen fuhren wir zu der kleinen Kirche von Kumlinge, die aus dem 15. Jahrhundert stammt und der Heiligen Anna geweiht ist. Leider war das Gotteshaus verschlossen und auf dem GelÀnde niemand zu finden, der es hÀtte öffnen können, denn von innen sollen sehr gut erhaltene Kalkmalereien und ein Marienschrein aus dem 13. Jahrhundert zu sehen sein.
Die Kirche ist Start- und Endpunkt fĂŒr einen Wanderweg ĂŒber die kleine Insel. Es gibt eine blaue und eine gelbe Route, die sehr gut markiert sind, so dass man keine Karte benötigt.

Die Kirche von Kumlinge

Das Felsplateau ist Teil des Wanderweges

Danach wartete schon die FĂ€hre zum festen Aland, wie man die Hauptinsel nennt, auf uns. Wir hatten GlĂŒck und wurden mitgenommen. Der Betreiber des Campingplatzes hatte uns nĂ€mlich vorgewarnt, dass dienstags der Tankwagen fĂŒr die Inseln unterwegs ist, und dann darf nur eine begrenzte Anzahl anderer Fahrzeuge auf die FĂ€hre. Aber der Tankwagen war weit und breit nicht zu sehen. So konnten wir nach LangnĂ€s auf Lumparland ĂŒbersetzen und von dort weiterfahren nach Mariehamn, der Hauptstadt Alands. Hier machten wir einen Stadtbummel und kauften noch mal ein paar Kleinigkeiten ein.

Gegenverkehr bei der Überfahrt

Die St.-Göran-Kirche
Museumsschiff Pommern
der Maibaum ?

Mariehamn ist eine niedliche Kleinstadt, die mit Sicherheit viele schöne Seiten hat. Als wir dort waren, war nur leider das Wetter sehr, sehr ungemĂŒtlich und so hatten wir keine Lust uns lange im Freien aufzuhalten.
In der NÀhe von Mariehamn war kein Campingplatz mehr geöffnet und so beschlossen wir, es bei den CampingplÀtzen in der NÀhe der Festung Bomarsund zu versuchen, die wir am nÀchsten Tag eh besuchen wollten. Der erste Platz auf dem Weg war schon geschlossen, aber der zweite auf VÀrdö gelegene Platz hatte noch geöffnet und wir bekamen einen Platz mit Meerblick.

Mittwoch, 17.09.2008

Nach einer ruhigen Nacht machten wir uns an diesem Tag auf, um die Festung Bomarsund und Schloß Kastelholm zu besichtigen.
Die ehemalige russische Festung ist gar nicht mal so alt (Baubeginn 1830) und schon wieder Ruine. Eigentlich wurde sie nie wirklich fertig, denn im Krimkrieg 1845 wurde sie von EnglĂ€ndern und Franzosen wieder zerstört und nie wieder aufgebaut, da der Zar der Demilitarisierung der Alands zustimmen mußte.
Man kann aber heute noch erahnen, welche Dimensionen das ganze mal annehmen sollte.

so war es mal geplant...

ein paar EindrĂŒcke der ĂŒbrig gebliebenen Reste

Nachdem wir die Ruinen ausgiebig durchwandert hatten, ging es dann weiter zu Schloß Kastelholm. Die Burganlage ist deutlich Ă€lter als die Festung und stammt in ihren AnfĂ€ngen aus dem 13. Jahrhundert. Sie wurde jedoch immer wieder zerstört und wieder aufgebaut, bis man schließlich 1772 nur noch die Ruine stehen ließ. Heute restauriert man die Burg nach PlĂ€nen aus dem 16. Jahrhundert. Leider war sowohl die Burganlage wie auch das angeschlossene Freilichtmuseum bereits geschlossen.
Wir mußten uns also mit einer Umrundung der Burg begnĂŒgen. Das MuseumsgelĂ€nde kann man allerdings so betreten, kommt nur nicht in die HĂ€user.

Schloß Kastelholm

im Freilichtmuseum Jan Karlsgarden

Nach Besichtigung der Burganlage setzten wir unsere Fahrt ĂŒber die Insel Richtung Eckerö fort. Dort wollten wir noch eine letzte Nacht in Finnland verbringen bevor es wieder auf den langen Heimweg geht. Von Eckerö fĂ€hrt dann auch eine FĂ€hre zum schwedischen Festland ab. Diese Linie gehört ebenfalls zu den subventionierten FĂ€hrgesellschaften Alands.
Unterwegs machten wir noch Halt an einem Spazierweg zu einem Aussichtsturm. Das wollte ich mir trotz des schlechten Wetters nicht entgehen lassen, denn ich hatte unterwegs schon einen dieser TĂŒrme gesehen und versprach mir eine tolle Aussicht von dort oben.

dem wÀre auch so gewesen bei besserem Wetter...

Der Campingplatz in Eckerö war auch schon nicht mehr besetzt, aber man konnte den SchlĂŒssel fĂŒr die Schranke im nahe gelegenen Hotel bekommen und dort bezahlen. Eckerö selber hat nicht viel zu bieten, außer einem schönen Badestrand und dem FĂ€hrhafen. Auf dem Campingplatz standen fast ausschließlich schwedische Dauercamper. Es scheint also mehr ein Naherholungsziel zu sein.
Bei einem Abendspaziergang entstand noch dieses Bild:

Mit dieser tollen Aussicht im Kopf verabschiedeten wir uns am nĂ€chsten Tag von den Aland - Inseln und traten leider den RĂŒckweg nach Hause an. Auf der RĂŒckfahrt ging ausnahmsweise mal alles glatt und wir kamen gut wieder zu Hause an.

Fazit:
Auch Finnland hat seine Reize, gefÀllt uns persönlich aber nicht so gut wie Norwegen. Die Aland - Inseln hingegen haben es uns angetan und sind unserer Meinung nach durchaus eine Reise und ein paar Tage Aufenthalt wert.
Der positive Nebeneffekt bei einem Alandaufenthalt ist die deutlich gĂŒnstigere Überfahrt.
Leider mußten wir feststellen, dass der September fĂŒr Finnland nicht mehr der optimale Reisemonat ist. Es ist zwar alles nicht mehr ĂŒberlaufen, aber dafĂŒr auch vieles schon geschlossen. Auch viele CampingplĂ€tze sind schon zu. Das hat uns jetzt nicht so sehr gestört, da wir eh Freunde des freien Übernachtens sind.

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