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Unser Freund Ben
Schweden / Norwegen 2011

In diesem Jahr zog es uns mal wieder in unser geliebtes Skandinavien. Jetzt sollte es endlich ganz hoch in den Norden gehen.
Da wir nicht durch Norwegen wieder zurĂŒck fahren wollten, haben wir dieses Mal Nordschweden mit in unsere Reiseroute eingeplant.
Infos ĂŒber Norwegen gibt es auf unserer Homepage schon,
daher jetzt noch einiges Wissenswertes ĂŒber Schweden in KĂŒrze.

    Infos ĂŒber Schweden:

    Schweden ist mit 450.000 kmÂČ das drittgrĂ¶ĂŸte Land      Westeuropas. Mit nur 9,3 Millionen Einwohnern ist es         daher dĂŒnn besiedelt, vor allem im Norden.        
    Die Hauptstadt des Königreiches ist Stockholm, die     sich ĂŒber insgesamt 14 Inseln erstreckt.
    Über 50 % des Landes ist mit Wald bedeckt, Gebirge     nehmen 11 % der FlĂ€che in Anspruch,   
    Seen und FlĂŒsse 9 %     
    Der schwedische Lebensstil ist stark saisonal bedingt.
    Vor allem im FrĂŒhjahr und Sommer findet das Leben     
    vor allem draußen statt. Freilichttheater und -museen    sowie Musikfestivals gehören dann zu beliebtesten     Freizeitgestaltungen der Schweden.
    Außerdem sind die Menschen in Schweden sehr in
    ihren Traditionen verankert, was aber ihre   Weltoffenheit nicht schmĂ€lert  .
    Das Land bietet auch vielen Tieren Heimat, die sonst     in Europa nur noch selten vorkommen. Elche, BĂ€ren,     Wölfe und Vielfraße fĂŒhlen sich in den schwedischen      Nationalparks zu Hause.    
    Selbst Luchse werden wieder gesichtet.    
    Der höchste Berg Schwedens ist der Kebnekalse mit      2104 m ĂŒber NN. Der grĂ¶ĂŸte See ist der VĂ€nern mit    einer FlĂ€che von 5650 kmÂČ. Kurzum, die Natur ist       Schwedens grĂ¶ĂŸte Touristenattraktion. Durch das      Jedermannsrecht steht sie allen offen und sollte       entsprechend respektiert werden,    
    damit sie noch lange eine Attraktion bleibt.      

    Einreise mit Hund:    

    Ab dem 01.01.2012 ist die Einreise nach Schweden    
    mit Hund so problemlos wie in fast allen LĂ€ndern       Europas . Erforderlich sind dann lediglich noch:    
    - Microchip (TĂ€towierung nur noch gĂŒltig vor dem       03.07.2011)
    - gĂŒltige Tollwutimpfung, die im EU-Heimtierausweis      dokumentiert ist

    Alle anderen lĂ€stigen Angelegenheiten wie Bluttest,    Zollkontrolle und Wurmkur entfallen. Einer Einreise      mit dem vierbeinigen Freund steht also nichts 
    mehr im Wege. 
    Beachten sollte man jedoch, dass in Schweden    
    Hunde in der Regel an der Leine gefĂŒhrt werden    
    und der Hundekot entfernt wird. 
    Praktische Informationen jeder Art findet man auf     
    dem Portal
    www.visitsweden.com     

     

Vom 23.06.2011 bis 16.07.2011 fand unser erster Urlaub mit dem neuen Familienmitglied Ben statt. Wir waren sehr gespannt, wie er sich so auf einer langen Tour machen wĂŒrde.

Donnerstag, 23.06.2011

Hurra, endlich Urlaub.
Nachdem die letzten Wochen bei uns recht stressig verlaufen sind,
freuen wir uns um so mehr auf die freie Zeit, die vor uns liegt.
Das Womo ist bereits gepackt und so kann es um 9.00 Uhr morgens losgehen. Eigentlich fahren wir ja lieber die A2 Richtung Norden, obwohl das ein kleiner Umweg ist, aber da uns der nette Herr von den Verkehrsnachrichten bei Bad Eilsen einen 16 km langen Stau vorhersagt, fahren wir am Kamener Kreuz dann doch auf die A1.
Bis Hamburg ist auch trotz des Baustellenmarathons alles gut, dort jedoch meinte unser Navi uns was Gutes zu tun,
in dem er uns einen Stau umfahren ließ.
Das hatten jedoch wohl mehrere Navis ihren Besitzern versprochen und so landeten wir auf der mit vielen Ampeln versehenen Umleitung im nÀchsten, ewig dauernden Stop and Go. Als wir endlich wieder auf die Autobahn kamen, wurde diese kurz danach wegen einer Baustelle einspurig und wir standen prompt wieder im Stau.
Wir hatten eigentlich gute 1 Âœ Stunden Luft eingeplant, um unsere FĂ€hre in Puttgarden zu erwischen, aber dieses Polster
wurde immer knapper.
Hinter LĂŒbeck fing es dann so heftig an zu regnen, dass an zĂŒgiges Fahren nicht mehr zu denken war. Die FĂ€hre musste ohne uns fahren.
Zum GlĂŒck hatten wir ja eh nur noch den Standardtarif bekommen,
so dass es kein Problem war, das nÀchste Schiff zu nehmen,
die wir aber auch nur noch mit MĂŒhe und Not erreichten.
So waren wir unserem groben Zeitplan dann nur eine halbe Stunde hinterher, was sich ja noch verschmerzen ließ.
Allerdings hatten wir leider auch keine lĂ€ngere Pause gemacht und waren jetzt heilfroh ĂŒber die 45 min. FĂ€hrĂŒberfahrt.
In DĂ€nemark angekommen, wurde das Fahren deutlich entspannter,
denn hier war es schön leer. Wir rollten friedlich vor uns hin, genossen das immer schöner werdende Wetter, ĂŒberquerten die BeltbrĂŒcke und waren schon in Schweden
 endlich.
Nachdem unser Ben ordnungsgemĂ€ĂŸ in Skandinavien eingereist war, sprich, wir dem Zoll seine Papiere vorgelegt hatten, ging es noch weiter bis zu unserem ausgesuchten Nachtquartier in Bor am Fugelsee.
Der Stellplatz war leer, ruhig und schön gelegen.
Einer ersten ruhigen Nacht in Schweden stand nichts mehr im Weg.

Freitag, 24.06.2011

Weiter ging es Richtung Norden.
Auf der E4 kamen wir gut voran und erreichten bald schon Stockholm. Unser angestrebtes erstes Urlaubserlebnis war Schwedens einzige Whiskydestillerie, die wir als Whiskyfans natĂŒrlich ansteuern wollten,
in der Hoffnung dort das edle GebrÀu mal probieren zu können.
Die nette Dame von Mackmyra hatte mir im Vorfeld zwar schon mitgeteilt, das man die Destillerie nur nach vorheriger Buchung als Tour von irgendeinem Hotel in GĂ€vle besichtigen kann.
Wir hatten jedoch angenommen, das es dort, wie bei den schottischen Destillerien wenigstens einen Shop gibt.
Als wir dem Ziel langsam nÀher rollten, standen wir mitten in einem Wohngebiet in GÀvle und von einer Destillerie war nichts zu sehen.
Der Navi hatte uns zu einer anderen Straße gleichen Namens gefĂŒhrt. Da es die zweite Straße mit dem Namen im Navi nicht gab, machten wir uns auf die Suche nach einer Ortskarte von GĂ€vle und wurden am Bahnhof auch fĂŒndig.
Das neue Ziel war schnell auf dem Navi eingegeben und weiter gings. Wir rollten wieder in Richtung eines Schluck Whiskys, aber je nÀher
wir kamen, desto fragender sahen wir uns an.
Wir waren im Industriegebiet, fuhren ĂŒber eine nicht befestigte Straße mitten in eine Großbaustelle voller ContainerbĂŒros und BauzĂ€unen
und waren laut Navi am Ziel


wo hatte er uns denn diesmal hingefĂŒhrt ?

Aber diesmal taten wir ihm unrecht, denn mitten in dem Chaos sahen wir ein TĂŒrmchen aus WhiskyfĂ€ssern und an einem der Container
stand auch Mackmyra Whiskybyen, aber weit und breit war
kein Mensch zu sehen.
Wir machten noch ein paar Fotos von den gewöhnungsbedĂŒrftig aussehenden Stills, die wir in einem futuristischen Neubau entdeckten und zogen belĂ€mmert wieder ab.

da könnte das leckere Nass drinnen sein....

von Whisky-Harmonie ist hier nichts zu spĂŒren...

Blieb jetzt noch die Hoffnung auf guten Fisch, denn in der NĂ€he von GĂ€vle soll sich laut ReisefĂŒhrer Schwedens beste FischrĂ€ucherei befinden.
GPS-Daten eingegeben und ab gings.
Aber heute war wieder Pleiten- Pech- und Pannentag.
Wir erwischten einen Abzweig nicht richtig, weil wir beide nicht aufgepasst hatten und so fĂŒhrte uns der Navi gute 5 km auf Schotterpiste mitten durch den Wald.
Jetzt wurde es langsam eng mit den Öffnungszeiten der RĂ€ucherei.
Als wir endlich wieder die Straße erreichten kamen wir dann doch rechtzeitig ans Ziel..
ABER: Die RĂ€ucherei war, wie im ReisefĂŒhrer auch bemĂ€ngelt, scheinbar mal wieder aus unerklĂ€rlichen GrĂŒnden geschlossen.

Ein großes StĂ€ngt-Schild hing in der TĂŒr.
FĂŒr die RĂ€ucherei im nĂ€chsten Ort wurde die Zeit zu knapp und so machten wir uns ein wenig frustiert zu unserem geplanten Nachtlager
in Skog auf. Das war wenigstens ein Volltreffer und lag wunderschön direkt am See. Es gab dort einen kleinen nicht bewirtschafteten Campingplatz, der voller Wohnwagen war und wir gesellten uns zu zwei weiteren Reisemobilen auf den etwas davon entfernten Parkplatz.
Am eigentlichen Badeplatz stieg wohl eine verspÀtete Mittsommerparty des Ortes und so zogen immer mal wieder gut gelaunte und leicht bis stark beschwipste Schweden an unserem Womo vorbei

das Abendprogramm war gesichert *lach*
Wir stellten uns auf eine unruhige Nacht ein, aber um halb eins gingen die letzten nach Hause.
In der Gegend schien es wohl einen Club zu geben, der auf alte amerikanische Autos stand, denn zu der Party kamen einige mit wunderschön aufgearbeiteten alten Ami-Schlitten. Wenigstens unsere StellplÀtze hatten wir bisher gut gewÀhlt.

das schön gelegene Kirchlein wurde beim Spaziergang entdeckt

Blick ĂŒber den See

Samstag, 25.06.2011

Heute sollte es weiter Richtung Norden gehen.
Wir freuten uns auf einen etwas kĂŒrzeren Fahrtag, denn wir wollen morgen ins Älgens Hus, einem Elchpark in Bjurholm in der NĂ€he von Umea. Doch der Morgen hatte eine böse Überraschung fĂŒr uns parat. Wir hatten tags zuvor einen Bordstein touchiert, hatten aber nichts feststellen können, doch heute morgen war unser Reifen fast platt. Peter hatte die Hoffnung, dass er vielleicht nur Luft verloren hatte und so rollten wir vorsichtig bis zur Tankstelle im Ort. Diese hatte jedoch keinen Druckluftautomaten
Also weiter zur nĂ€chsten im Navi angezeigten Tanke
die war aber noch kleiner und hatte ausser einer BenzinzapfsĂ€ule gar nichts mehr.
Wir machten uns also ganz vorsichtig auf den 12 km weiten RĂŒckweg zur E4, dort war direkt an der Auffahrt nĂ€mlich eine große Tankstelle gewesen. Dort versuchten wir Luft in den Reifen zu fĂŒllen, was jedoch misslang. Wir entdeckten dann auch einen Riss, der vorher wohl in der Reifenfalte verschwunden war. Also hieß es Reifen wechseln.
Zum GlĂŒck haben wir ja noch ein richtiges Reserverad.
Doch selbst mit vereinten KrĂ€ften und meinem ja nicht geringen Hebelgewicht bekamen wir die Radmuttern nicht los. Schlußendlich fragten wir zwei Brummi-Fahrer, die neben uns Rast machten, ob sie eine Möglichkeit hĂ€tten uns zu helfen. Sie kamen mit einem Stahlrohr als Hebelstange und innerhalb kĂŒrzester Zeit waren die Muttern lose. Jetzt kamen wir endlich voran. Alles in allem hat uns die Aktion aber
2 œ Stunden gekostet und so war es wieder nichts mit einem kurzen Fahrtag und einem ruhigen Nachmittag.
Gegen viertel nach sechs erreichten wir unser Nachtquartier, einen einsamen Wanderparkplatz mitten im Wald direkt beim Älgens Hus.
Da es ja hier noch lange hell ist, machte ich mit Ben noch einen einstĂŒndigen Sparziergang auf den Berggipfel wĂ€hrend Peter sich von den Anstrengungen erholte. Wir stehen hier wirklich einsam und sehr ruhig und so wird es eine angenehme Nacht werden.

der steinige Aufstieg zum Gipfel...

Sonntag, 26.06.2011

Dies sollte ja kein Skandinavien-Urlaub ohne Elche werden, also wollen wir heute zum Älgens Hus. Da dieses erst um 12 Uhr öffnet, machen wir zuvor noch einen Spaziergang und lassen den Vormittag gemĂŒtlich angehen.

super Wetter schon beim Spaziergang

Um kurz vor 12 rollen wir dann auf den Parkplatz der Elche.
Christer, der Inhaber, erklĂ€rt uns den Ablauf der FĂŒhrung und wir bekommen sogar eine Diashow ĂŒber das Jahr eines Elches auf Deutsch. Die restlichen ErklĂ€rungen gibt es durch Christer in Englisch, was aber super funktioniert. Nach dem Diavortrag gehen wir in das kleine Museum in dem zahlreiche Informationen auf Schwedisch hĂ€ngen.
Christer erklĂ€rt aber Vieles und erzĂ€hlt unter anderem ĂŒber die WaldschĂ€den, die die Elche anrichten. Da ihre Population aufgrund mangelnder Fressfeinde stetig wachsen wĂŒrde, dĂŒrfen Elche in Schweden auch gejagt werden. Leider ist es auch hier so, dass die RentierzĂŒchter keine Wölfe im Revier haben möchten und es einfach zu wenig BĂ€ren gibt. Dies sind die einzigen beiden Tiere, die dem Elch gefĂ€hrlich werden könnten. Dann bekommen wir noch die Unterschiede zwischen dem nordeuropĂ€ischen Elch und dem nordamerikanischen Elch erklĂ€rt sowie einiges ĂŒber die Elchgeweihe.
Danach geht es endlich zu den Elchen.
ZunÀchst werden die kleinen Babys auf die Weide geholt.
Wie alle Tierkinder sind sie natĂŒrlich zuckersĂŒss.
Einige sind etwas furchtsam, andere wieder fĂŒrchterlich neugierig und verspielt. Insgesamt gibt es in diesem Jahr sechs KĂ€lber auf der Farm, es sind drei ZwillingspĂ€rchen. Es ist schon witzig, wie weich das Fell der Kleinen ist. Christers Frau erklĂ€rt noch einiges zur Geburt und Paarung der Elche. Danach dĂŒrfen wir die eindrucksvollen VĂ€ter der kleinen Racker besuchen und mit BirkenĂ€sten fĂŒttern. Sie sind so zahm, dass sie sich sogar streicheln lassen. Aufgrund ihrer imposanten GrĂ¶ĂŸe und des großen Kopfes mit dem gerade wieder wachsenden Geweih flössen sie einem aber doch gehörigen Respekt ein.
Man kann Christer jetzt noch alle Fragen stellen, die einem so einfallen und danach ist die FĂŒhrung vorbei. Man kann sich jedoch beliebig lange noch auf dem GelĂ€nde aufhalten und es gibt noch ein Restaurant, in dem man natĂŒrlich auch Elchgerichte verzehren kann sowie einen kleinen Souveniershop, wo es auch ElchkĂ€se und –wurst zu kaufen gibt. Nach etwas ĂŒber 3 Stunden gesammelter Elcherfahrung setzen wir unsere Fahrt Richtung Norden fort. Wir haben uns jedoch nur fĂŒr eine kurze Etappe entschieden, da wir das Auftaktspiel der deutschen Frauen zur Fußball-WM gucken wollen. So fahren bis zu einem Badeplatz bei Skelleftea, wo wir in Gesellschaft eines weiteren deutschen Womos einen gemĂŒtlichen Abend verbringen.

Einfahrt zum Älgens Hus

erster Kontakt mit dem Baby-Elch

verfressene kleine Racker....

das war einer von der neugierigen Sorte...

junge Birken schmecken jungen Elchen scheinbar gut..

der Apfel fĂ€llt schließlich nicht weit vom Stamm...

wer guckt hier wohl intelligenter ?

ganz schön mÀchtige Tiere...

Wie man sieht, waren wir ganz schön beeindruckt und fanden das alles sehr spannend. Es ist auch schön, diesen Tieren mal so nahe zu kommen, wie wir es noch nie in Skandinavien geschafft haben.
Wir haben ja mal wieder gehört, wie groß auch das Problem mit Elchen im Straßenverkehr ist. Vielleicht bleiben es ja diesmal nicht unsere einzigen Elche, die wir sehen.

Montag, 27.06.2011

Da es ja noch ganz in den Norden gehen soll, legen wir heute wieder einen Fahrtag ein, der uns diesmal ohne besondere Vorkommnisse bis hoch hinauf nach Finnland fĂŒhrt. Unser Nachtquartier schlagen wir auf dem Gipfelplateau des Kaupis
auf. Wir sind schon eine ganze Strecke durch das Rentierzuchtgebiet gefahren, hatten aber heute kein einziges am Straßenrand. Wir machen noch einen kleinen Spaziergang ĂŒber das Plateau und haben danach einen gemĂŒtlichen Abend. Wir sind erstaunt, dass bis spĂ€t in die Nacht immer noch Menschen auf den Berg kommen, um den schönen Rundumblick zu geniessen. Um 23 Uhr finnischer Zeit kommt sogar noch ein Reisebus die Straße hinauf und spuckt ein Rudel Senioren aus, die sich ĂŒber den Gipfel verteilen. Trotz allem verbringen wir eine ruhige Nacht.

Panorama ĂŒber den Berggipfel

nach so viel Fahrerei braucht man (Hund) ein bisschen Bewegung...

Dienstag, 28.06.2011

Nach kurzem Zwischenstopp in Ivalo zum Tanken und in Inari am
Supermarkt dĂŒsen wir durch die finnische Einsamkeit Richtung
norwegischer Grenze.
Wir wollen den GrenzĂŒbergang bei Neiden nutzen und hoffen, dass es dort mit der BestĂ€tigung der Wurmkur fĂŒr unseren Ben so funktioniert,
wie es ein Forumsnutzer des Wohnmobilforums geschrieben hat.
Tablette im Beisein des Zollbeamten einwerfen und von ihm im Impfpass bestĂ€tigen lassen, das wĂ€re natĂŒrlich klasse, dann brĂ€uchten wir
keinen Tierarzt zu suchen. Leider ist die Zollbeamtin hier von der Idee
nicht zu begeistern und sagt, wir mĂŒssen zu einem Tierarzt.
Sie gibt uns eine Adresse in Kirkenes, das ja nun so gar nicht auf
unserer Tour liegt, da wir zur Varangerhalbinsel weiter wollen.
Wir beschließen, unsere Tour fortzusetzen, in der Hoffnung, dass wir in
Tana bru einen Tierarzt finden. Wir haben ja sieben Tage Zeit fĂŒr die BestĂ€tigung der Wurmkur.
So geht es ĂŒber die E6 weiter Richtung Varangerbotn. Wir geniessen
die sich verÀndernde Landschaft. Es wird langsam nordnorwegisch karg,
wie wir es mögen. In Varangerbotn biegen wir ab auf die E75 und dĂŒsen
die letzten 130 km bis Vardö durch immer einsamer werdende Örtchen.
Dann geht es auf die abenteuerlichen letzten 20 km bis Hamningberg.
Eine schmale Straße fĂŒhrt uns durch eine beindruckende Mondlandschaft
mit etlichen Überbleibseln des letzten Winters.

die bizarre Landschaft ist auf dem Foto kaum einzufangen...

Eiszeit Ende Juni....

Nach vielen „Ohs“ und „Ahs“ und „Guck mal daÂŽs“ erreichen wir das Ende der Welt und suchen uns einen Stellplatz in der Bucht von Hamningberg. Wir sind hier nicht alleine, ein paar andere Wohnmobile und auch Campingwagen verteilen sich in der weitlĂ€ufigen Bucht. Leider hat sich der Himmel komplett zugezogen und es fĂ€ngt an zu regnen, so dass mit Mitternachtssonne nicht zu rechnen ist. Da wir zwei NĂ€chte hier verbringen wollen, hoffen wir mal, dass es morgen besser aussieht.

Mittwoch, 29.06.2011

Heute morgen scheint die Sonne wieder vom Himmel und es ist gleich deutlich wĂ€rmer. Man kann wieder im T-Shirt rumlaufen. Bis wir jedoch gefrĂŒhstĂŒckt hatten und soweit fertig waren, dass wir uns ein wenig zu Fuß auf den Weg machen konnten, zog sich der Himmel schon wieder zu. Wir gingen einen Teil des Weges zum verlassenen Fischerdorf Syltevik, machten aber nach etwa einer dreiviertel Stunde kehrt, da uns der zunehmende Wind doch etwas zu stark um unsere ungeschĂŒtzten Köpfe blies.

Blick ĂŒber die Bucht

Der Wanderweg in Richtung Syltevik

einsame Stellplatz-Lage am Wanderparkplatz...

ZurĂŒck am Womo keimte in uns die Idee auf, die Varangerhalbinsel schon wieder ein StĂŒckchen zurĂŒckzufahren, da es nicht so aussah,
 als ob es heute was mit der Mitternachtssonne werden wĂŒrde.
Gesagt, getan
 oder auch nicht.
Unsere Pleiten- Pech- und Pannenserie setzte sich fort. Wir hatten gestern eine ganze Weile vergessen, das Fahrlicht auszuschalten
und unsere Batterie war uns nicht dankbar dafĂŒr, sie gab nĂ€mlich
keinen Piep von sich. Nach dem vergeblichen Versuch, diese mit Hilfe unserer Bootsbatterie zu ĂŒberbrĂŒcken, suchte ich Hilfe bei einem der Campingwagen. Leider hatten weder wir noch die furchtbar netten Schweden ein Starthilfekabel. So fuhr der nette Herr mit seinem PKW ins Dorf, um sich irgendwo eines zu leihen. Schon nach kurzer Zeit
kam er wieder und wedelte freudig mit dem Kabel.
WĂ€hrend wir darauf warteten, dass unsere Batterie sich wieder ein wenig aufladen konnte, fĂŒhrten wir noch ein sehr nettes GesprĂ€ch mit ihm. Dann machten wir einen neuen Startversuch und zum GlĂŒck war unser Womo uns nicht mehr böse und sprang an.
Nachdem wir uns noch mal herzlich bedankt hatten (zum GlĂŒck sind
hier wirklich alle sehr hilfsbereit ) machten wir uns auf den Weg zurĂŒck durch die Mondlandschaft.

Abschied von Hamningberg

Wir hielten noch fĂŒr zahlreiche Fotos an und erreichten so erst nach einer guten Stunde wieder die E75. Wir steuerten nacheinander die nĂ€chsten drei StellplĂ€tze unseres Womo-FĂŒhrers an, von denen uns jedoch keiner wirklich zusagte und so landeten wir schließlich auf dem Campingplatz in Vestre Jakobselv.
Hier verbrachten wir dann noch einen fĂŒrchterlich entspannten Nachmittag. Hoffentlich war es das jetzt mit Pleiten – Pech und Pannen. Eigentlich reicht es schon fĂŒr diesen Urlaub.

Donnerstag, 30.06.2011

Heute hatten wir nur eine kurze Etappe vor uns. Wir hatten uns auf den Campingplatz erkundigt, ob es in Tana einen Tierarzt gibt und bekamen eine Adresse. Diese beschlossen wir als erstes aufzusuchen. Irgendwie hatte aber scheinbar die VerstĂ€ndigung mit dem jungen Mann nicht so gut geklappt, denn wir standen vor der TĂŒr eines Zahnarztes.
Gut, dass ich nicht sofort mit Ben in die Praxis marschiert bin, denn die hÀtten bestimmt seltsam geguckt, was ich mit dem Hund beim Zahnarzt will.
So fuhren wir zurĂŒck in den Ort. Hier gab es einen kurzen Tankstopp
und wieder mal keine Tankstelle mit LPG, die scheinen hier echt noch auf den guten alten Diesel zu schwören. Aber zurĂŒck auf der Hauptstraße zeigte sofort links ein Schild zum Tierarzt.
Ben wurde mit allem versorgt, was fĂŒr einen problemlosen Aufenthalt in Norwegen benötigt wurde und wir waren beruhigt.
Wenig spĂ€ter erreichten wir dann schon den Parkplatz, der zwar relativ nah an der Straße, aber doch ziemlich geschĂŒtzt hinter ein paar Birken liegt. Der Fluss ist schon etwas Besonderes, da er in einem Sandbett liegt und rechts und links SandstrĂ€nde aufweist, die einen glauben lassen, man wĂ€re am Meer. Leider ist das Wetter nicht entsprechend und die heimlich gehegte Hoffnung, sich mit Buch, GetrĂ€nken und Handtuch an den „Strand“ zu fletzen erfĂŒllte sich nicht. Wir drehten jedoch sehr zur Freude unseres kleinen Flitzers Ben zweimal eine große Runde am Strand und durch das kleine BirkenwĂ€ldchen. Es lagen mehrere Hinterlassenschaften von Elchen herum, aber leider bekamen wir das passende Tier dazu nicht zu Gesicht. Gegen Abend kam auch noch mal kurz die Sonne durch, sodass es noch ein paar Fotos mit einem tollen Licht am Fluss geben konnte. Der Verkehr ging zur spĂ€ten Stunde gegen null und wir konnten uns auf eine ruhige Nacht freuen.

Ben in Action

Flusspanorama gegen 22.00 Uhr abends..

auch in die andere Richtung riss der Himmel auf..

Freitag, 01.07.2011

Heute hieß das Ziel Slettnes, der nördlichste Festlandpunkt Europas,
die Alternative zum Nordkapp. ZunĂ€chst rollten wir dazu ĂŒber die schlechte Straße ĂŒber das Ifjord-Fjell. Aber man baut krĂ€ftig, demnĂ€chst könnte es besser sein. Dann bogen wir ab auf die Nordkinn-Halbinsel. Hier wurde es bis auf ein paar vereinzelte HĂ€user noch einsamer und öder bis wir das StĂ€dtchen Mehamn erreichten. Immerhin ist hier die Straße durchs Fjell ganz neu, sodass man gut fahren kann.
Eindrucksvoll ist diese Einöde aber irgendwie trotzdem.
In Mehamn sahen wir an der Tankstelle zumindest Gasflaschen und fragten mal nach, ob es hier irgendwo LPG geben wĂŒrde.
Der Inhaber sprach sogar ein wenig deutsch und erklĂ€rte uns, er wĂŒsste nur, dass es in Alta eine FĂŒllstation geben wĂŒrde.
Das lag ja nun so gar nicht auf der geplanten Route.

die Einsamkeit im Ifjord-Fjell

auch hier ist der Winter wohl nie ganz vorbei...

der Übergang zur Nordkinn-Halbinsel

Wir rollten also erstmal ĂŒber das Örtchen Gamvik weiter nach Slettnes, wo der nördlichste Leuchtturm Europas steht. Hier gesellten wir uns zu einer ganzen Reihe anderer Womos.
Der Himmel wurde zusehends klarer und wir konnten auf Mitternachtssonne hoffen. Nach einer kleinen Runde auf dem Wanderweg durch das Naturschutzgebiet gabs auch schon Abendbrot. Im Laufe des Abends wurde klar, dass es was werden wĂŒrde mit der Mitternachtssonne. Um 23.30 Uhr schnappten wir uns unseren Hund, den mitgebrachten Whisky und den Fotoapparat um uns auf den Felsen direkt vor dem Womo niederzulassen. Hierbei wagte ich mich wohl
doch etwas zu weit vor und wurde plötzlich Opfer wĂŒtender Vogelangriffe. Ich hatte mich wohl zu sehr ihrem Nest genĂ€hert.
Schnell ging ich ein paar Schritte zurĂŒck und es war wieder alles gut. Selbst um 24.00 Uhr hatte sich die Sonne aber nicht annĂ€hernd dem Meeresspiegel genĂ€hert. Wir machten trotzdem schon mal ein paar Fotos und zogen uns dann frierend wieder ins Womo zurĂŒck, hier war es doch reichlich kĂŒhl.
Gegen 1.00 Uhr morgens war die Sonne immer noch nicht in MeeresnÀhe. Peter machte noch mal Fotos und dann gingen wir schlummern.

Slettnes-Fyr, der nördlichste Leuchtturm Europas

Einwohner des Naturschutzgebietes

Sonnenstand um 24.00 Uhr

und so war es gegen 1.00 Uhr nachts..

Samstag, 02.07.2011

Das Wetter war einigermassen gut und so beschlossen wir,
hier noch einen Tag zu bleiben und durch das Naturschutzgebiet zu wandern. Diesmal nutzen wir den zweiten Eingang zum Wanderweg. Auf dem Weg dorthin auf der schmalen Schotterstraße rannte Ben ein wenig rechts und links durchs GelĂ€nde, natĂŒrlich an der Leine.
Plötzlich stĂŒrzte sich wie wild einer der Vögel auf ihn,
der arme Kerl wusste gar nicht wie ihm geschah.
 Schnell flitzte er zwischen Herrchen und Frauchen und sah immer wieder Ă€ngstlich nach oben. Er beruhigte sich aber zum GlĂŒck schnell und wir drehten eine herrliche Runde ĂŒber den markierten Wanderweg.
Dieser fĂŒhrt scheinbar weit genug vonn allen Nestern weg durch das Terrain, weitere Vogelangriffe gab es nicht.
Zu Hause mĂŒssen wir erstmal schauen, was das fĂŒr Vögel waren.
Hier haben wir ja kein Internet. Ich glaube, irgendwann kaufe ich mir doch mal so ein Vogelbestimmungsbuch.
Den Rest des Tages verbrachten wir gemĂŒtlich im Womo.
Am Nachmittag spazierten wir noch mal zum Leuchtturm.
Unser armer Ben wurde nochmals von einem Vogel angegriffen, obwohl er diesmal nur auf der Straße lief. Die sind scheinbar richtig agressiv,
was ihre Nestverteidigung angeht. Slettnes Fyr kann man besichtigen
und es gibt ein kleines Museum, aber beides war schon geschlossen,
als wir dort ankamen.
Wir verbrachten noch einen gemĂŒtlichen Abend, diesmal jedoch ohne Mitternachtssonne, denn der Himmel zog sich wieder zu.

unterwegs auf dem Wanderweg

Beschreibung zu Slettnes Fyr - dem Leuchtturm

Bei den Vögeln handelte es sich ĂŒbrigens um Schmarotzerraubmöwen.
Da wir kein eigenes Foto davon haben,
möchte ich lieber keines hier veröffentlichen.
Jeder mag selbsbst im Internet schauen, wenn es ihn interessiert.

Sonntag, 03.07.2011

Bei ziemlich schlechtem Wetter, die Wolken hangen tief ĂŒber den Bergen und tauchten alles in einen unwirklichen Nebel, ging es die Nordkinn-Halbinsel zurĂŒck auf die Straße nach Lakselv.
Unser Ziel hieß Trollholmen.
Auf dem Weg dorthin machten wir noch etwas lÀngere Fotostopps am Adamsfossen und am Silfar-Canyon.
Beides ausgesprochen sehenswerte Naturschauspiele.

Adamsfoss von oben

Adamsfoss von unten bzw. von der Mitte

Der Fluss, bevor er in den Canyon fliesst

Einblick in den Silfar-Canyon

Auch in Lakselv gab es kein LPG, die Finnmark schwört auf Diesel.
An der Entsorgungsstation der Esso-Tankstelle wollten wir dann unser Womo auf Vordermann bringen. Aber nicht nur das es in Strömen regnete, vermieste uns diese Aktion.
FĂŒr 40 Kronen also umgerechnet 5 Euro pro StĂŒck musste man MĂŒnzen kaufen, wofĂŒr man eine fĂŒr die Entsorgung und eine fĂŒr Frischwasser brauchte. Das Entsorgen war auch kein Thema, wobei man die Grauwasser-Entsorgung ĂŒber die WC-Kassetten oder einen Kanister machen muß. Als wir jedoch die TĂŒr fĂŒr das Frischwasser,
die sich natĂŒrlich erst nach Einwurf der MĂŒnze öffnen ließ, aufmachten, stellten wir fest, dass der Anschluß defekt war.
Das Wasser lief jedoch fröhlich aus dem kaputten Anschluß.
Schnell holten wir unsere Wasserkanister und konnten so wenigstens noch einen Teil des Wassers auffangen, was uns schon mal weiterhalf, denn ganz leer war unser Tank noch nicht.
Das ganze zu reklamieren hatten wir jedoch keine Lust mehr, da wir mittlerweile bis auf die Knochen nass waren.
Im Nachhinein war das natĂŒrlich nicht ganz fair den nĂ€chsten armen Womo-Fahrern gegenĂŒber, die nach uns die Station benutzen wollen, aber wir wollten einfach nur noch weiter.*SORRY*
Am Nachmittag erreichten wir den Parkplatz am Trollholmen, der allerdings reichlich schief ist. 200 m vor dem Parkplatz kann man jedoch rechts in einen kleinen Weg hineinfahren, an dem es zwei bis drei Stellmöglichkeiten gibt. Als am Abend dann noch die Sonne rauskam, spazierten wir noch die 2 km bis zu den armen versteinerten Trollen. Wirklich ein lustiges Gebilde, dass da am Ufer des Fjordes entstanden ist.

unterwegs zu den Trollen unwirkliche LichtverhÀltnisse

da sind die armen versteinerten Kerle...

dieser guckt besonders sehnsĂŒchtig aufs Meer..

Aussicht von den StellplÀtzen

Montag, 04.07.2011

Da wir nicht abschĂ€tzen konnten, wie viel Gas wir bisher verbraucht hatten, beschlossen wir, den Umweg ĂŒber Alta in Kauf zu nehmen, um dort unsere VorrĂ€te aufzufĂŒllen. Wir kamen ganz gut voran und erreichten Alta nach ein paar Fotostopps am frĂŒhen Mittag.

unterwegs nach Alta

dieser neugierige Herr war immer zur Stelle, wenn das Womo hielt

Wir fĂŒllten zunĂ€chst die Gasflaschen auf, nur um festzustellen,
dass wir wesentlich weniger verbraucht hatten, als gedacht.
Na ja
 so wird es reichen bis zum Ende des Urlaubs.
Heute ist richtig schönes Wetter, vielleicht bleibt das ja mal ein paar Tage so. Dann gabs noch einen FĂŒllstopp fĂŒr den KĂŒhlschrank am nĂ€chsten Mega-Coop, wo wir zur Vorsicht auch mal ein Starthilfe-Kabel gekauft haben. Dann erstehen wir am Einkaufszentrum noch ein paar Postkarten und setzen uns dort in die Sonne, um die erste Urlaubskorrespondenz zu erledigen.
Nachdem auch das vollbracht ist, machen wir uns auf den Weg nach Kautokeino, unserem eigentlich Ziel. Durch scheinbar endlose WĂ€lder rollen wir durch das Innerste der Finnmark und erreichen am Nachmittag das SamenstĂ€dtchen. Wir checken auf dem Campingplatz ein und beschließen zwei NĂ€chte zu bleiben, um hier morgen ein wenig zu laufen und zu entspannen. Dann machen wir es uns erstmal gemĂŒtlich.

Sonnenuntergang in Kautokeino

Dienstag, 05.07.2011

Nach einem gemĂŒtlichen FrĂŒhstĂŒck packen wir alles fĂŒr einen Ausflug ein und holen die RĂ€der aus der Garage. Mit dem Fahrrad wollen wir zu einem Kulturstig 7 km ausserhalb von Kautokeino fahren und diesen dann laufen. Das Wetter ist gut und so radeln wir gut gelaunt los.
Doch schon als wir die RĂ€der nach der hĂŒgeligen Anfahrt abstellen, ahnen wir Böses. Sofort stĂŒrzt sich ein MĂŒckenschwarm auf uns.
Wir hoffen mal, das das nur an dieser Stelle so schlimm ist und laufen los. Schon nach den ersten Metern treffen wir auf den ersten Bewohner, einen Lemming. Diese possierlichen Tiere sehen aus wie Hamster und wenn wir nicht kurz zuvor einen Bericht im Fernsehen gesehen hĂ€tten, hĂ€tte ich es wohl auch fĂŒr einen solchen gehalten und mich gewundert, wie er da hin kommt.

Übersichtskarte des Wanderweges

Lemming im Eingang seines Baus

Der weitere Weg fĂŒhrt durch den niedrigen Birkenwald. Noch lassen uns die MĂŒcken aufgrund des in guter Menge aufgetragenen Anti-MĂŒcke in Ruhe, nur Ben hat etwas zu kĂ€mpfen, die Viecher nerven ihn doch arg. Leider sind die Schilder entlang des Weges entgegen der ErklĂ€rung der Dame auf dem Campingplatz nicht wirklich mehrsprachig, sondern enthalten nur den samischen und den norwegischen Text, aber aus den Bildern und dem Text können wir uns halbwegs zusammenreimen, um was es geht. Nach etwas mehr als der HĂ€lfte des Weges erreicht man einen kleinen See mit einem idyllischen PicknickplĂ€tzchen. Leider stören die fĂŒrchterlichen MĂŒckenschwĂ€rme erheblich dabei, dort eine etwas lĂ€ngere Pause einzulegen. Wir entdecken, dass die MĂŒcken Ben den ganzen Bauch zerstochen haben und machen uns zĂŒgig auf den RĂŒckweg, denn solange man lĂ€uft, geht es einigermaßen. An Wandergenuss ist nicht mehr zu denken, die MĂŒcken lassen sich langsam auch nicht mehr von unserem Anit-MĂŒcke abhalten. Der RĂŒckweg ist zum GlĂŒck etwas kĂŒrzer. Unser zwischenzeitlich gefasster Entschluss, am Campingplatz gegenĂŒber im Cafe eine Pause einzulegen wird ebenfalls zu Nichte gemacht, da das Cafe entgegen dem Apet – Schild geschlossen ist. Auch hier halten wir uns nur unter heftigen Wedelbewegungen auf und so schwingen wir uns zĂŒgig aufs Rad und dĂŒsen zurĂŒck. Das Fahren ist eine richtige Wohltat, denn da sind wir zu schnell fĂŒr die MĂŒcken. ZurĂŒck am Womo sehen wir uns erstmal den Bauch unseres Hundes genauer an. Er sieht aus, als hĂ€tte er Masern, Röteln und Windpocken gemeinsam und ich schmiere ihn erstmal ordentlich mit Salbe ein. Dann machen wir uns einen gemĂŒtlichen Nachmittag. Unseren Plan noch mal in den Ort zu fahren, geben wir auf, da wir nach der MĂŒcken-Tour erstmal die Nase voll haben. So können wir ĂŒber den Ort selber leider nichts berichten.

Mittwoch, 06.07.2011

Heute verlassen wir Norwegen.
Bei schönem Wetter rollen wir ĂŒber ein kurzes StĂŒckchen Finnland,
wo wir schnell noch einmal tanken, weil es dort mit 1,40 EUR am billigsten ist, nach Schweden.
Nach ereignisloser Fahrt erreichen wir gegen Mittag das kleine Örtchen JĂŒkkasjĂ€rvi. Es ist kein großer Ort, hat aber gleich drei Touristenattraktionen. Zum einen gibt es hier im Winter das so genannte Ice-Hotel. Dieses wird immer aus Eis und Schnee gebaut und man kann dort auf Rentierfellen und im Thermo-Schlafsack nĂ€chtigen. Jetzt in den Sommermonaten gibt es dort natĂŒrlich Bilder dazu und ausserdem gibt es ganzjĂ€hrig das Art-Center zu bestaunen.
In einer grossen KĂŒhlhalle kann man Skulpturen aus Eis bestaunen und an der Ice-Bar gekĂŒhlte GetrĂ€nke zu sich nehmen.
Da wir so was ja schon von den Lofoten (siehe Norwegen 2006) kennen, verzichten wir auf einen Besuch, auch angesichts der Menschenmassen, die sich dort versammelt haben und widmen uns lieber der zweiten Attraktion, der kleinen Dorfkirche von 1608.
Von außen ist das GebĂ€ude ein eher schmuckloses rotes kleines HĂ€uschen. Schön ist jedoch der in die UmzĂ€unung des Kirchhofes, der zugleich Friedhof ist, eingebaute und von der Kirche losgelöste Glockenturm. Dieser bildet zugleich auch das Eingangstor. Da zur gleichen Zeit auch ein Reisebus ein Rudel rĂŒstiger Rentner entlĂ€sst, die alle in die Kirche strömen, erkunden wir zunĂ€chst den Kirchhof, denn groß ist die Kirche nicht. Die Ă€ltesten Grabsteine sind jedoch vom Anfang des letzten Jahrhunderts. DafĂŒr hat die Kirche ein hĂŒbsches, nach keltischer Art angefertigtes Holzkreuz auf dem Dach. Im Inneren der Kirche gibt es eine schöne in hellblau gehaltene alte Kanzel, die sogar mit einem dreifachen Minutenglas ausgestattet ist. Predige ĂŒber alles, nur nicht ĂŒber 15 Minuten
 Lustig und eigentlich so gar nicht passend zur Kirche ist das bunte Altarbild. Es ist im Gegensatz zur Kirche auch sehr jung von 1958.

Glockenturm und Eingang zum Kirchhof (Kirche hinten links zu sehen)

Das Altarbild

Die dritte Attraktion und direkt neben der Kirche gelegen ist eine Rentierfarm, die neben viel Kunsthandwerk und Souveniers schĂ€tzungsweise Auskunft ĂŒber die Rentierzucht in Lappland und die samische Lebensweise gibt.
Diese lassen wir völlig links liegen, das ist uns zu touristisch aufgemacht. Lieber erinnern wir uns da an das Sami-Museum, dass wir 2008 in Inari besucht haben. Wir fahren nun zu dem kleinen Rastplatz vor JukasjĂ€rvi, den wir als Übernachtungsplatz auserkoren haben.
Bis auf einen PKW ist der Platz leer und wir ergattern einen geraden Stellplatz am Rand des Platzes. Die PicknickplĂ€tze liegen direkt am Fluss und haben direkt eine schöne Feuerstelle dabei. Da könnte man es sich heute abend mal gemĂŒtlich machen. ZunĂ€chst machen wir noch einen kleinen Spaziergang mit Ben und legen eine Ruhepause ein. WĂ€hrenddessen fĂŒllt sich der kleine Platz mit Wohnmobilen.
Zwei gemeinsam reisende Wohnmobile aus SĂŒddeutschland, die wir schon an ein oder zwei anderen PlĂ€tzen in der Finnmark gesehen hatten, waren auch da. Leider nahmen diese auch sofort die schönste der drei Feuerstellen in Beschlag, unser Plan fĂŒr den Abend war somit zumindest eingeschrĂ€nkt worden.
Zum Schluß standen dann sieben Wohnmobile auf dem Platz

in unserem FĂŒhrer war er fĂŒr 2 – 3 Mobile angegeben.
Es hÀtte eigentlich kein PKW mehr dorthin gepasst.
Hoffentlich bringen Wohnmobiltouristen dem Örtchen so viel Geld ein, dass sie den Platz nicht irgendwann ganz fĂŒr Wohnmobile sperren. Gegen Abend beginnt es heftig zu regnen, und wir geben den Lagerfeuer-Plan ganz auf. Immer wieder rollen Womos auf den Platz, die aber zum GlĂŒck wieder abziehen. Eigentlich sieht man schon von der Straße, dass der Platz voll ist. Zu guter Letzt stellt sich noch ein Wohnwagengespann auf den breiten Fahrrad – und FußgĂ€ngerweg vor dem Rastplatz. Hierbei handelt es sich jedoch zum GlĂŒck um Schweden, was aber nichts an dem unserer Ansicht nach unverantwortlichem Verhalten Ă€ndert.
SpĂ€t am Abend klart es noch mal auf und ĂŒber dem Fluss kommt es zu wunderschönen Nebel-Sonne-Wasser-Gebilden, die eine herrliche Stimmung erzeugen. Schnell machen wir noch ein paar Fotos und verbringen danach trotz allem eine ruhige Nacht.

Regenbogen ĂŒber dem WĂ€ldchen gegenĂŒber vom Platz

Sonnenuntergang am TorneÀlven

Donnerstag, 07.07.2011

Heute geht es bei herrlichem Wetter weiter nach Abisko.
Auf dem Weg legen wir einen kurzen Stop am Silverfallet ein.
Wieder mal einer dieser WasserfÀlle, die uns in Skandinavien
so begeistern.

Über die Kraft des Wasser kann ich immer wieder staunen

noch ein Blick auf den Silverfallet

Danach parken wir das Womo am Hotel in Björkliden und machen uns
auf den Weg, das Kappas - Fjell zu erklimmen. Nach einem kurzen,
etwas steilerem Aufstieg am Hotel und am Golfplatz vorbei,
erreicht man schon das Hochplateau, von hier ist der weitere
Anstieg moderat und die Aussicht lĂ€ĂŸt einen die Anstrengung
sowieso vergessen.

das Hochplateau ist erreicht

Blick vom Fjell auf den TornetrÀsk

Bei dem herrlichen Wetter und der tollen Landschaft fÀllt
einem gar nicht auf, dass man stundenlang im Gebirge und den
Fluss entlang herumkraxelt.Immer wieder gibt es herrliche neue
EindrĂŒcke und Naturschauspiele zu bewundern.
Das steinerne Flussbett macht es einem leicht, entlang des Flusses zu maschieren. Die Kraft des Wassers ist auch hier wieder ein Erlebnis.
Diese Wanderung gehörte mit zu den schönsten Dingen, die wir in diesem Urlaub erleben durften.

Das Flussbett

Eigentlich war das ganze ein gigantischer Wasserfall..

der sich ĂŒber mehrere Stufen...

ins Tal und in den TornetrĂ€sk ergießt...

Wir hÀtten hier jetzt noch so etliche schöne Fotos einstellen können,
aber am besten fÀhrt man selbst vorbei und schaut sich das Ganze an.
Vom Hotel aus fuhren wir noch ein kleines StĂŒck Richtung norwegischer Grenze bis zu einem Parkplatz rechts der Straße am BaktajĂ€vri.
Auch dieser fĂŒllte sich gegen Abend immer mehr mit Wohnmobilen und Wohnwagen. ZunĂ€chst rollten noch ziemlich viele LKWs zur Grenze nach Norwegen ĂŒber die E10, aber gegen Abend wurde es deutlich ruhiger und die Nacht war still. Leider konnten wir wegen zunehmender Bewölkung keine Mitternachtssonne mehr fotografieren und sehen.
Dies wÀre die letzte Möglichkeit dazu auf unserer Tour gewesen.

Freitag, 08.07.2011

Wir fuhren die E10 wieder zurĂŒck nach Abisko bis zur dortigen Touriststation. Von dort wollten wir heute wieder wandern. Der Canyon des Abiskoskaya war angeplant. Leider haben wir zunĂ€chst mal die Beschreibung des Weges im WanderfĂŒhrer und auch die Wegweiser an der Touriststation falsch verstanden und liefen ca. 2 km in die völlig falsche Richtung. Aber wir geben ja nicht auf. ZurĂŒck am Parkplatz und dann auf dem richtigen Weg wĂ€hlen wir zunĂ€chst erstmal den Naturstig.
Dieser fĂŒhrt ziemlich steil an einem kleinen Bergfluss hinauf. Stellenweise krabbele ich auf allen vieren die Felsen hoch, die Ben mal eben locker aus dem Stand hinaufspringt. Wie ungerecht !
Es ist ziemlich warm heute und mir steckt wohl doch die Tour von gestern mehr in den Knochen, als ich es gedacht hatte.
Jedenfalls bin ich nach ca. 300 Höhenmetern ziemlich am Ende und mag einfach nicht weiter bergauf klettern.

von unten sah es noch harmlos aus...

die Aussicht war wieder ĂŒberwĂ€ltigend

Sind wir denn noch nicht oben ?....

Schluß... noch höher krabbel ich nicht...
von unten an dem Haus sind wir losgelaufen

Nachdem wir den gleichen Weg wieder zurĂŒckgekraxelt sind, finden wir doch noch den Einstieg zu der Canyonroute. Das wollen wir uns dann doch nicht entgehen lassen.Die kleine Tour rund um den Canyon ist nur circa 2,5 km lang und das schaffen wir auch noch.
Ein weiteres Highlight dieser großartigen Natur im Abisko-Nationalpark steht uns bevor.

Mit gewaltiger Wucht wird das Wasser...

durch den schmalen Canyon gepresst...

um zum Schluss fast friedlich dem TornetrÀsk entgegenzufliessen..

Schwitzend wie die Affen und stinkend wie ein Iltis kehren wir zum Womo zurĂŒck und freuen uns eigentlich nur noch auf eine Dusche auf dem nahen Campingplatz. Doch der Platz in Abisko ist eine Zumutung, der in Björkliden auch nicht wirklich schön. So werden es dann doch noch die 80 km zurĂŒck bis nach Kiruna.
Das Duschen ist eine Wohltat und ein StĂŒndchen kann man auch noch vor dem Womo in der Sonne sitzen, bis es leider zu regnen beginnt.
Am Abend legen wir die Beine hoch und erholen uns von den Strapazen des Tages.

Samstag, 09.07.2011

Den Vormittag verbringen wir damit, das Womo mal wieder auf Vordermann zu bringen und alle Tanks leer bzw. voll zu machen.
Danach machen wir uns auf den kurzen Weg zum
Dundret - Nationalpark. Oben auf dem Berg finden wir einen schönen
Platz, der uns durchaus ĂŒbernachtungsgeeignet erscheint.

der Erzbergbau prÀgt das Stadtbild von Kiruna...

schöner Uhr-Turm an einem VerwaltungsgebÀude

Am spĂ€ten Nachmittag machen wir noch einen Spaziergang ĂŒber den vom Wintersport geprĂ€gten Berg. Leider haben wir die Kamera im Womo vergessen, aber wir mĂŒssen unseren Spaziergang auch zĂŒgig beenden, damit wir nicht in den großen Regen kommen.
Mit den ersten Tropfen erreichen wir das Wohnmobil und verbringen
einen sehr ruhigen Abend und eine noch ruhigere Nacht hoch oben auf
dem Berg.

Sonntag, 10.07.2011

Da wir gestern noch beschlossen haben, in Malmberget eine Grubenfahrt
zu machen, mĂŒssen wir heute frĂŒh aufstehen.
Um 9.00 Uhr ist bereits Treffen am Bahnhof von GallivÀre, von dort startet der Bus zur Erzmine in Malmberget.
Wir schlĂŒpfen schnell noch in andere Schuhe, was aber gar nicht
nötig gewesen wÀre, da die Grube eh mit geliehenen Gummistiefeln betreten wird.
. Erst geht es zum LKAB-Grubenmuseum, dann zur Mine. Das ganze ist zwar ein wenig eine LKAB-Werbetour, aber trotzdem sehr interessant.

Im Grubenmuseum gibt es alte Bilder....

und Werkzeuge zu sehen, wie wir sie auch von zu Hause kennen.

Der Eingang zu einem stillgelegten Stollen direkt am Museum...

Das Bergwerk ist noch voll in Betrieb ist und wird sogar weiter ausgebaut, daher sieht man aus SicherheitsgrĂŒnden auch nichts vom tatsĂ€chlichen Abbau des Erzes. Mann muß sich zunĂ€chst die Sicherheitskleidung anziehen. Diese besteht aus einem Mantel, Helm und den bereits erwĂ€hnten Gummistiefeln. Dann geht es mit einem ausgedienten Mannschaftsbus ins Bergwerk. Über kilometerlange Straßen unter Tage mit spannendem Verkehr und richtig ausgeschilderter StrassenfĂŒhrung geht bis auf ca. 1000 m hinab in die Grube. Hier bekommen wir dann Live-Aufnahmen vom Abbau aus der Überwachungsstation, einen Zermalmer bei der Arbeit und die Werkstatt fĂŒr die Fahrzeuge und Maschinen zu sehen.
Das ganze ist schon ganz schön beeindruckend, weil es so riesig ist.
Auf dem RĂŒckweg zum Bahnhof erklĂ€rt uns die Reiseleiterin, dass bald wieder ein ganzes Wohngebiet dem Erzbergbau weichen muss. Man sieht auch, dass die meisten HĂ€user schon leer stehen. Dort entsteht dann ein neuer Eingang zur Mine, damit man weitere Stollen voran treiben kann. Auch ein großes WaldstĂŒck rund um Malmberget muß dabei den Baggern und dem Riesenbohrer weichen.
Man ist danach doch leicht zwiegespalten zwischen der Faszination fĂŒr den Bergbau und seinen Erfordernissen und der damit einhergehenden Zerstörung der Natur und des Lebensraums.
Anders gesehen werden alte Teile des Bergwerkes wieder aufgeforstet und wohl in KĂŒrze wieder freigegeben. Und die Menschen dieser Region leben nun mal davon, die LKAB ist hier der grĂ¶ĂŸte Arbeitgeber, alles andere ist davon abhĂ€ngig.

Auf der Straße oberhalb des Zermalmers fĂŒllt ein LKW das Erzgestein ein...

dann wird es in dieser Maschine zerkleinert...

ĂŒberall stehen Maschinen... im Hintergrund unser Bus...

Das schöne BahnhofsgebÀude von GÀllivare

Gegen 13.00 Uhr erreichen wir wieder den Bahnhof und machen uns nach einer Hunde-Gassi-Runde auf den Weg zum Trollforsen.
Gute 200 km sind es bis zu einem stillgelegten Campingplatz am Ufer des Pitea-Älv. Der Platz wird trotzdem von vielen Campern noch genutzt. Es gibt eine Wasserquelle fĂŒr Trinkwasser und sogar noch ein Plumpsklo. Man steht hier abseits der großen Strassen in wunderschöner Natur und sehr, sehr ruhig bis auf das stetige Rauschen des Wasserfalls natĂŒrlich. Damit unser Hund auch was vom Tag hat, gibt es noch einen kleinen Spaziergang entlang des Flusses, bevor wir mĂŒde von den EindrĂŒcken des Tages ins Bett fallen.

solange gerade mal die Pfoten feucht werden, ist Wasser ja spannend

Montag, 11.07.2011

Wir beginnen den Tag mit einem ausgiebigen FrĂŒhstĂŒck und lassen es ruhig angehen. Gegen 11 Uhr machen wir uns auf zu einem Spaziergang ĂŒber die Insel Trollholmen. GeschĂ€tzt wird dieser wohl ca. 2 Stunden dauern. Wir gehen ĂŒber die BrĂŒcke und halten uns dann links, um auf die andere Seite der Insel zu kommen. Hier fließt der Pitea in wunderschönen Kaskaden an der Insel entlang.

Die BrĂŒcke am vom SP aus gesehen rechten Ufer der Insel

hier zu sitzen, ist schon ein uriges GefĂŒhl

es kann aber auch ein fĂŒrchterlich nasses GefĂŒhl werden

ungezÀhmte Wasserkraft

Völlig beeindruckt von diesem Wasserlauf mĂŒssen wir irgendwo den Abzweig des Wanderweges verpasst haben. Nach einiger Zeit erreichten wir noch auf ausgetretenen Waldpfaden eine SchutzhĂŒtte, danach endete irgendwann der Weg. Wir schlugen uns irgendwie weiter durch, landeten in halbmeterhohen Blaubeerstauden, die uns die Beine zerkratzen, in Morastwiesen, in denen wir bis zu den Waden im Wasser standen und in immer mehr MĂŒckenschwĂ€rmen, die uns annĂ€hernd ausgesaugt haben. Irgendwann war ich nur noch fertig mit der Welt, denn wir hatten ja weder was zu trinken noch was zu essen mit.
Ausserdem habe ich schon seit meiner Kindheit Probleme damit, wenn mich Insekten umschwirren, das macht mich wirklich verrĂŒckt.
Als ich fast soweit war, nicht mehr weiter zu gehen, erreichten wir dann doch noch den markierten Weg. Gut das Peter so ruhig geblieben ist, und die Orientierung nicht verloren hat, alleine wĂ€re ich wahrscheinlich noch ewig im Kreis gelaufen. Trotzdem war ich mit meinen KrĂ€ften so am Ende, das Peter erstmal alleine zum Wohnmobil zurĂŒcklief um etwas zu trinken,ein paar Kohlenhydrate und Vitamin-Drinks zu holen.
Nachdem ich meinen ersten Durst am Fluss gestillt hatte, ging ich ihm schon mal langsam auf dem jetzt nicht mehr zu verfehlenden Weg entgegen. Alles in allem erreichten wir nach ĂŒber 6 Stunden völlig erschöpft wieder das sichere zu Hause. Kurz vor dem Ziel erwischte uns dann auch noch ein Gewitter und wir waren bis auf die Haut nass, als wir wieder vor dem Womo standen.
Alles in allem eine Erfahrung, die man nicht brauchte, die einem aber doch die eigenen Grenzen gezeigt hat.
Den Rest des Tages verbrachten wir nur noch mit hochgelegten FĂŒĂŸen am Wohnmobil. Selbst der Hund hatte keine Lust mehr auf Bewegung.

noch mal ein Bild von guten Zeiten...

dieses Bild mußte noch sein: ĂŒber diesen Steg haben wir uns ĂŒber die Morastwiese gehangelt

Panoramaansicht der rechten Flussseite (entstand schon am Vortag)

Dienstag, 12.07.2011

Der Urlaub nĂ€hert sich jetzt langsam seinem Ende und wir mĂŒssen den RĂŒckweg antreten. FĂŒr heute haben wir uns eine gemĂŒtliche Fahrt mit entspanntem Ausklang auf einem Campingplatz verordnet.
Dazu geht es im gemÀchlichen Reisetempo durch die herrliche Landschaft Nord- und Mittelschwedens bis in die NÀhe von Vilhelmina.
Wir geniessen die Ausblicke links und rechts, kommen gut voran
und landen am frĂŒhen Nachmittag auf dem Campingplatz Kolgarden.
Hier entspannen wir uns mit Blick auf den Volgsjö.

eine Rezeption der anderen Art...

Abendstimmung am Volgsjö

Mittwoch, 13.07.2012

Neben einem guten StĂŒck Fahrstrecke wollten wir unserem Ben heute auch noch was Gutes tun. Ausserdem kann es uns auch nicht schaden, dass wir uns nach einer Fahrt noch die Beine vertreten.
Als heutiges Ziel haben wir den Hamra - Nationalpark bei Fagelsjö auserkoren. Auch heute gibt es auf der Fahrt keine besonderen Ereignisse und wir sind ebensfalls wieder am frĂŒhen Nachmittag am Ziel.Wir schnĂŒren die Wanderschuhe und machen uns auf den Weg.
Die Wege hier sind sehr hĂŒbsch angelegt und am Eingang des Nationalparks gibt es noch allerlei Wissenswertes auf großen Schautafeln zu lesen.

große Infotafeln am Eingang des Nationalparks

grĂ¶ĂŸtenteils auf solchen Bohlenwegen geht die Wanderung

Nach der Wanderung entscheiden wir, dass uns der Parkplatz als Übernachtungsplatz nicht gefĂ€llt. Wir wechseln also noch mal den Standort und fahren zu einem offiziellen kleinen Stellplatz am Gammelgard (altes Bauernhofensemble) in Fagelsjö. Das ist ein kleines Freilichtmuseum, das wir jedoch nicht mehr besichtigen. Nur ein paar FotoeindrĂŒcke von ausserhalb haben wir noch auf Lager.

die alten HĂ€uschen des Hofes

das Dalarna-Pferdchen zeigt uns, in welcher Region wir sind

Donnerstag, 14.07.2012

Heute planen wir die letzte Übernachtung in Schweden ein. Dazu machen wir uns unaufhaltsam Richtung SĂŒden auf den Weg. Ausser immer noch herrlichen EindrĂŒcken rechts und links der Straßen passiert auch auf dieser Fahrt nichts, was ja nicht unbedingt schlecht ist.
Wir freuen uns auf einen entspannten Nachmittag im Liegestuhl am See. Doch daraus wird leider nichts. Bereits auf den letzten Fahrkilometern fÀngt es an zu regnen und es will auch vor dem nÀchsten Morgen nicht wieder aufhören. So stehen wir allerdings auch ganz ungestört am Alevatten bei Diseröd.

am frĂŒhen Morgen des 15.07.2012 ohne Regen

Freitag, 15.07.2012

Heute heißt es dann Skandinavien endgĂŒltig verlassen. FrĂŒh machen wir uns auf den Weg und kehren Schweden den RĂŒcken. Danach rollen wir ereignislos durch DĂ€nemark bis nach Rödby, wo wir ewig auf die FĂ€hre warten mĂŒssen. Wir hatten eine Reservierung fĂŒr die 17.30 Uhr-FĂ€hre, waren allerdings schon gegen 16.00 Uhr am Hafen. Leider mußten wir feststellen, dass wir deshalb nicht frĂŒher ĂŒbersetzen konnten. Es war sehr voll und alle PlĂ€tze auf frĂŒheren FĂ€hren waren ausgebucht. So standen wir ziemlich dumm auf unserem Wartestreifen herum und verbrachten die Zeit mit Lesen und Kaffeetrinken.
Als wir dann gegen 18.30 Uhr in Deutschland anlandeten, mussten wir feststellen, dass der Stellplatz, den wir eigentlich ausgesucht hatten, bis auf den letzten Platz besetzt war. Auch die Alternative zeigte sich Ă€hnlich ungastlich. So beschlossen wir, nicht noch mehr Zeit mit der Suche nach einem Übernachtungsplatz zu verbringen. Wir wollten Richtung Heimat fahren, solange wir die Augen offen halten konnten. Alle, die uns jetzt schon ein wenig auf unseren Touren begleitet haben, wissen, dass dies ziemlich genau bis vor unsere HaustĂŒr der Fall war.
Gegen 22.30 Uhr parkten wir das Womo vor unserem Haus und fielen todmĂŒde in unsere heimatlichen Betten.

Es war wieder mal ein herrlicher Skandinavien-Urlaub und es war sicher nicht der letzte, so Gott will.

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