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Unser Freund Ben
Schottland 2010

Da es uns ja 2009 in Schottland so gut gefallen hat und wir die gesamte Hundeprozedur ja sowieso hinter uns hatten,
haben wir diesen sch├Ânen Teil der britischen Insel
in diesem Jahr nochmals angesteuert.
Fast vier Wochen Urlaub lagen dank der vielen Feiertage im Mai
und dem Wohlwollen unserer Arbeitskollegen vor uns.
Vom 07.05.2010 bis zum 03.06.2010 wollen wir wieder Schafe, Whisky und Einsamkeit genie├čen.

Freitag, 07.05.2010
Ausnahmsweise mal planm├Ą├čig ging es um 12.15 Uhr in
Richtung D├╝nkirchen los.
Der Hund war seit gestern abend mit den letzten Impfen versehen, alles war verstaut und das Womo reisefertig.
Die Fahrt nach D├╝nkirchen verlief ausgesprochen unspektakul├Ąr und wir erreichten die franz├Âsische Hafenstadt schon um kurz nach
18.00 Uhr. Wir legten noch einen Tankstopp ein und rollten um kurz vor 19.00 Uhr auf den Parkplatz von Norfolkline. Die F├Ąhre war eigentlich erst f├╝r 23.58 Uhr gebucht, aber gegen einen kleinen Aufpreis konnten wir schon um 20.00 Uhr einschiffen.
Wow, welch ein problemloser Start !

Um 22.00 Uhr erreichten wir Dover und schon hatten wir eine Stunde Zeit gespart, denn nach englischer Zeit war es ja erst 21.00 Uhr. Also tuckelten wir in aller Ruhe zum ├ťbernachtungsziel f├╝r heute. Der Rastplatz Maidstone, wo wir im letzten Jahr eine ruhige erste Nacht verbrachten. Am sp├Ąten Abend l├Ąutete Peter dann auch gleich das erste Missgeschick f├╝r diesen Urlaub ein. Er wollte noch ein wenig fernsehen und schaltete also die Sat-Anlage und den Fernseher ein. Und ÔÇ×schwuppsÔÇť nach ein paar Mal umschalten ging nichts mehr. Das hatten wir Ostern schon und hatten das auch ├╝berpr├╝fen lassen. Man ging davon aus, das es an der Fernbedienung lag, verkaufte uns eine neue, aber das war es wohl nichtÔÇŽ
Und schon hatten wir den ersten Salat, ganz ohne k├Ânnen wir wohl nicht.

Samstag, 08.05.2010

Von ruhiger Nacht konnte diesmal keine Rede sein. Zum einen herrschte auf dem Rastplatz reger Verkehr und zum anderen meinte scheinbar irgendjemand in unserer Parkreihe sein Auto mitten in der Nacht umr├Ąumen zu m├╝ssen und dabei jedes Mal ger├Ąuschvoll die Schiebet├╝r zu schlie├čen. Ein wenig ger├Ądert machten wir uns also gegen 9.00 Uhr auf den Weg. Wir hatten einen kleinen Umweg vor uns, da wir noch ein wenig Nachgep├Ąck eines Freundes mit uns f├╝hrten, der gerade ein Auslandssemester in Lancaster einlegt.

Auch diese Tour verlief ausgesprochen ruhig und harmlos, wir erreichten Lancaster fr├╝her als geplant und konnten somit auch fr├╝her das geplante Nachtziel am Hume Castle ansteuern. Leider mussten wir dort feststellen, dass man nur f├╝r 2 Stunden auf dem Parkplatz stehen sollte und wir wollten nicht gleich in der ersten Nacht diese Gebote missachten. So fuhren wir zu dem kleinen Parkplatz an der Wallace-Statue, der nicht weit entfernt von Hume Castle liegt und den wir auch schon im letzten Jahr als zweiten ├ťbernachtungsplatz genutzt hatten. Dort hatte sich nichts ver├Ąndert und wir bezogen Nachtquartier und machten bei sch├Ânem, aber kaltem Wetter noch einen kleinen Spaziergang.

Mister William Wallace

und sein Ausblick ├╝ber die tolle s├╝dschottische Landschaft

Sonntag, 09.05.2010

Gut ausgeruht fuhren wir nach, um dort Schottlands kleinste Destilllerie zu besichtigen. In der Edradour Destillerie, die ziemlich versteckt zwischen den sanften H├╝geln rund um Pitlochry liegt, arbeiten ganze 3 Leute an der Herstellung des Whiskys.
Die niedliche Destillerie benutzt die kleinsten, zur offiziellen Whiskyherstellung erlaubten Stills. ├ähnlich gering ist nat├╝rlich die Menge des Destillats. Gegen Mittag schon wieder einen Whisky zu testen, war keine so gute Idee..wir merkten den Alkohol ganz sch├Ân und waren froh, als wir unseren Stellplatz an der Laggan-Staumauer erreichten.

Eindr├╝cke von der Destillerie Edradour

Wir legten erstmal ein Schl├Ąfchen ein und wollten dann noch einen Spaziergang ├╝ber die Stauermauer machen. Leider mussten wir feststellen, dass dies ein schmiedeeisernes, verschlossenes Tor verhinderte. Ein Weg in den nahen Wald fanden wir auch nicht und so maschierten wir wieder zum Womo zur├╝ck und machten es uns gem├╝tlich.

LLaggan-Staumauer

Ein Relief zeit die Staumauer mit den dahinter liegenden Bergen

und das ist der dazu passende Stausee

Montag, 10.05.2010

Leider war auf der eigentlich kleinen Stra├če immer noch recht viel Verkehr und so wurde auch diese Nacht nicht eine der ruhigsten.
Um 7.00 Uhr begegneten wir uns schon beide im vorderen Teil des Womos. Noch einen Schlafversuch einzulegen, dazu hatten wir beide keine Lust und so ging es heute recht fr├╝h weiter. Da unser Fernseher immer noch keinen Pieps von sich gab, oder besser die SAT-Anlage, beschlossen wir, w├Ąhrend wir den Loch Ness entlangkurvten in Inverness nach einer Ersatzfernbedienung oder einer mobilen SAT-Anlage zu schauen. Wir waren beide ein wenig grummelig und genervt, aber was solls. Wir legten am Urquardt-Castle einen kleinen Zwischenstopp ein, hatten aber dann doch keine Lust, in den Ruinen herumzukraxeln. So gab es nur ein paar Fotos und weiter gings nach Inverness.

der Turm von Urquardt-Caslte

und hier das Schloss mit Loch Ness im Hintergund

weit und breit keine Nessie zu sehen

Nach kurzem Suchen fanden wir auch schon das gro├če Einkaufszentrum und den Laden, den unser Freund uns noch auf unser Bitten hin ergoogelt hatte. Zun├Ąchst erstanden wir eine Kathrein-kompatible Fernbedienung, aber damit ging auch nichts. Und so investierten wir z├Ąhneknirschend 130,00 GBP in eine portable Sat-Anlage. Wer wei├č wof├╝r es gut ist. ├ťber die zus├Ątzliche Ausgabe jedoch ein wenig betr├╝bt setzten wir unsere Fahrt Richtung Norden fort. Noch ein Castle, n├Ąmlich Dunrobin-Castle, stand zur Besichtigung an. Von aussen in ├Ąhnlich schickem Zustand wie das in Blair Atholl, hielt es leider von innen nicht, was es versprach. Es ist ganz nett anzusehen, aber kommt an Blair Castle lange nicht ran. Lediglich die G├Ąrten des Schlossparks machen einiges mehr her. Als wir den Rundgang durchs Schloss beendet hatten und uns die Falkner- Vorf├╝hrung ansehen wollten, regnete es Bindf├Ąden.

so sah das Schloss von vorne aus

hier einer der sch├Ân angelegten G├Ąrten

und das Schloss noch mal von der Seite

Wir hatten nicht wirklich die Geduld, darauf zu warten, das es aufh├Ârt und setzten unsere Fahrt fort. Auf dem Weg nach John o Groats hatten wir alles,  Regen, Sonne und Hagel, konnten aber auf der gut ausgebauten Stra├če schnell den letzten Ort Schottlands erreichen. Hier ist der Hund begraben. Es gibt ein paar touristische Einrichtungen, dazu geh├Ârt auch unser anvisierter Campingplatz, aber kein wirkliches Dorfleben. Wenn die Gesch├Ąfte schlie├čen und die letzte Personenf├Ąhre von den Orkneys her├╝bergekommen ist,  ist der Ort leer.

Dienstag, 11.05.2010

Bis auf einen heftigen Hagelschauer in der Nacht, haben wir gut geschlafen. Da wir ohnehin den Tag heute noch hier am Ende der Welt verbringen wollten, liessen wir es ganz gem├╝tlich angehen. Der SchneeregenÔÇŽ jawohl.. SCHNEEregen trug ein ├╝briges dazu bei, den Morgen zu verbummeln. Gegen 10.30 Uhr tauchten pl├Âtzlich ein paar Wale in der Bucht auf, um ihr versp├Ątetes Fr├╝hst├╝ck zu sich zu nehmen.Es ist mir gelungen, davon ein kleines Video zu machen.
Da ich gerade die Homepage neu gestalte, werde ich das erst auf die neue Seite packen. Die Fotos sind leider nichts geworden.
 Inzwischen schien auch mal wieder die Sonne und wir brachen zu einem Spaziergang entlang der K├╝ste auf. Vom Campingplatz aus f├╝hrt ein Weg direkt zum Leuchtturm. Wir schafften jedoch nicht mal die H├Ąlfte trockenen Fusses und drehten bei erneutem Schneeregen um. Wir verbrachten einen gem├╝tlichen Resttag am Womo. Zwischendurch schien immer mal wieder die Sonne. Echt wechselhaftes Wetter hier und es wechselt rasend schnell.

Der Campingplatz von John O┬┤Groats

der Blick auf John O┬┤Groats

Mittwoch, 12.05.2010

Heute verlie├čen wir das beschauliche John O┬┤Groats. Wir legten noch einen Zwischenstopp am nahegelegenen Duncansbye Head ein und bestaunten die br├╝tenden V├Âgel sowie die abenteuerlichen Felsformationen der Steilk├╝ste und nat├╝rlich den Leuchtturm.

Leuchtturm von Duncansbye Head

phantastische Steilk├╝stenkulisse

irre Felsformationen

Danach machten wir uns auf in die karge Landschaft der Highlands. Unser Ziel war der Parkplatz der Rosal Township in der N├Ąhe von Syre. Wir parkten unser Womo nach einer Fahrt ├╝ber einen recht holprigen Kiesweg in einer sch├Ânen versteckten Bucht des Parkplatzes und machten uns auf den Weg nach Rosal. Auf dem insgesamt 2 Meilen langen Fu├čmarsch, der aber gut zu bew├Ąltigen ist, kommt man an die Stelle der fr├╝heren Siedlung Rosal, die wegen der Clearences aufgegeben werden musste. Anhand der Geschichte einer Familie wird das Leben vor und nach den Clearences ├╝ber 12 Stationen erz├Ąhlt. Einige ├ťberreste der alten Siedlung sind auch noch sichtbar.Noch ein wenig gedanklich besch├Ąftigt mit der Geschichte Schottlands verbrachten wir dann einen gem├╝tlichen Nachmittag und Abend in unserem Womo.

auf diesen Holztafeln wurde das Leben in Rosal dargestellt

mit ein wenig Fantasie erkennt man noch die H├Ąuser

Panorama von Rosal aus gesehen

Donnerstag, 13.05.2010

Nach einer ausgesprochen ruhigen Nacht hie├č es heute: Auf nach Harris und Lewis ! Gem├╝tlich durch die karge Landschaft der Highlands rollten wir Richtung Ullapool. Ein weiteres Mal waren wir erstaunt ├╝ber die Anzahl britischer Wohnmobile auf den Stra├čen. Hier scheint wohl gerade Saison zu sein.

karge Highland-Lanschaft

auf diesen Stra├čen l├Ą├čt man es ruhig angehen

Wir erreichten Ullapool am fr├╝hen Nachmittag und hatten also noch ein wenig Zeit zum Ausruhen, bis wir auf die F├Ąhre fuhren.
Hier waren wir zun├Ąchst mal ziemlich entt├Ąuscht von Calmac, denn die ÔÇ×Dog AreaÔÇť bestand hier nur aus zwei Sitzb├Ąnken.
Kein Tisch an dem man h├Ątte essen k├Ânnen.. Wir verspeisten also den ÔÇ×obligatorischenÔÇť Fish mit seinen Chips auf den Knien bzw. auf der Sitzbank. Ansonsten war die ├ťberfahrt jedoch ruhig und die F├Ąhre zum Gl├╝ck recht leer. Wir trafen auf einen Womo-Fahrer aus Kassel, tauschten ein paar Erfahrungen aus und rollten um 20.15 Uhr in den Hafen von Stornoway ein, das uns mit einem herrlichen Regenbogen begr├╝├čte.
Wir freuten uns auf einen einsamen Restabend am Tolsta Head, als wir dort ankamen, standen dort jedoch schon zwei WohnmobileÔÇŽ also nix mit einsam, aber trotzdem sch├Ân.

Abfahrt in Ullapool

Anfahrt auf Stornoway

so standen wir am Tolsta Head

Freitag, 14.05.2010

Nachdem wir noch einen kleinen Strandspaziergang gemacht hatten, machten wir uns auf, die Kultur- und Sehensw├╝rdigkeitenmeile von Lewis abzuklappern.

einsamer Strand am Tolsta Head

das obligatorische Schaf

da hinten regnets

Wir d├╝sten durch bis zum Butt of Lewis, um ebenfalls wieder Steilk├╝ste und Leuchtturm zu bewundern und auf was trafen wir fernab der Heimat: ein Auto aus Gelsenkirchen..
so klein ist die Welt
.

Leuchtturm am Butt of Lewis

und wieder spektakul├Ąre Steilk├╝ste

Dann ging es wieder zur├╝ck Richtung S├╝den. Zun├Ąchst steuerten wir noch einen kleineren, nicht mehr ganz so gut erhaltenen Steinkreis an. Danach warfen wir eine Blick auf den Truseil Standing Stone, einen 6 Meter hohen Monolithen und dann gings zum
Garenin Blackhouse Village.

es war wirklich nur ein kleiner Steinkreis

und er ist auch schon m├Ąchtig verfallen

der Truiseil-Standing-Stone..

..ist schon ein m├Ąchtiges Teil

so sehen die Blackhouses von aussen aus

und so noch in den 50er Jahren von innen

Dort beschlossen wir, den Besuch der Callandish Standing Stones auf den morgigen Tag zu verschieben, da ziemlich viele Wohnmobile unterwegs waren und wir in Ardroil auf der Halbinsel Uig noch einen guten Platz ergattern wollten.
Zum Gl├╝ck verirrten sich hier nur zwei weitere Wohnmobile hin.
F├╝r 2 GBP pro Person, die man im Ort bei einem netten alten Herrn bezahlen mu├č, steht man direkt am Strand, hat ein Toilettengeb├Ąude mit Wasseranschlu├č und K├╝he rund ums Wohnmobil.

das ist doch mal ein Platz mit toller Aussicht

Samstag, 15.05.2010

Die Nacht war ziemlich st├╝rmisch und regnerisch und auch heute morgen wechseln sich Sonne und heftige Regenschauer immer wieder ab. Unseren Strandspaziergang mussten wir bisher verschieben, aber die n├Ąchste Regenpause werden wir nutzen.
Es wurde ein kurzer Spaziergang bis zum n├Ąchsten Schauer und da wir nicht noch mal warten wollten, k├Ąmpften wir uns samt Womo wieder hoch zur Stra├če und bezahlten beim Haus Ardroil 6 noch unseren Obulus. Nach kurzem Smalltalk mit Donald fuhren wir dann wieder zur├╝ck zu den Callandish Standing Stones.

schwarze Wolken hangen schon wieder drohend ├╝ber dem sch├Ânen Strand

w├Ąre sicher noch einen Tag Aufenthalt wert gewesen

Im ├╝brigen wurden hier auf Uig die Lewis Chessman gefunden.
78 Schachfiguren aus Walro├č-Elfenbein, die im 12. Jahrhundert in Skandinavien angefertigt wurden.
Die Originale befinden sich heute im Museum of Scotland und im British Museum in London.
Wenn man vom Stellplatz aus wieder Richtung Ort f├Ąhrt, kommt man an einer Nachbildung vorbei, die an den Fund erinnert.

der K├Ânig der Lewis - Chessman

Ein starker Wind vertrieb die letzten Regenwolken, machte aber auch das Gehen zur Kraftanstrengung. Wenn man sich ein wenig darauf einl├Ąsst, glaubt man wirklich den Geist in den alten Steinen zu sp├╝ren. Auf jeden Fall aber ist es immer wieder faszinierend, wie die Menschen das vor tausenden von Jahren so aufbauen konnten.

die Gr├Â├če und Anordnung dieses Steinkreises..

...ist schon beachtlich.

man kann die Mystik der Steine f├Ârmlich sp├╝ren

Wir wollten den Rest des Tages ruhig ausklingen lassen und suchten uns einen sch├Ânen Platz oberhalb vom Loch Seaforth. Der Platz war zwar direkt an der Stra├če, aber aufgrund des Windes und des geringen Verkehrs st├Ârte das nicht weiter, daf├╝r hatte man eine sch├Âne Aussicht.

Blick auf Loch Seaforth

Sonntag, 16.05.2010

Trotz des Windes hatten wir eine ruhige Nacht und wir konnten mit unserer Erkundung von Lewis fortfahren. Au├čer einer interessanten Landschaft, wie eigentlich ├╝berall hier, gab es f├╝r uns jedoch nichts Sehenswertes (Eigentlich reicht das ja auch schon). Wir wollten noch eine kleine Strandwanderung machen und machten uns also auf, um bis zum S├╝dende der Insel fahren. Dort stellten wir fest, dass der als Ausgangspunkt f├╝r die Wanderung genannte Parkplatz und unser ausgesuchter Stellplatz f├╝r die Nacht identisch waren. Mittlerweile ist der einstige Parkplatz jedoch zu einem Campingplatz umfunktioniert. Wahrscheinlich gabs zu viele Wohnmobile f├╝r den kleinen Parkplatz. F├╝r 10 GBP pro Nacht und Mobil steht man hier fast am Strand, hat Toiletten und Duschen im Container und auch eine Ver- und Entsorgungsm├Âglichkeit. Die 10 GBP packt man in einen Briefumschlag, auf dem man das Kennzeichen und die Anzahl der Personen und verbrachten N├Ąchte vermerkt und schmei├čt das ganze in einen Briefkasten am Ausgang. Das erinnerte uns doch stark an die Lofoten.Wir machten noch unsere Strandwanderung und verbrachten danach einen gem├╝tlichen Nachmittag.

wieder ein herrlicher Sandstrand

Blick auf den Campingplatz mit Strand

Whisky, Ruhe und Sonnenuntergang, was will man mehr...

Montag, 17.05.2010

Bevor es heute auf die F├Ąhre hin├╝ber nach North Uist ging, machten wir noch kurz einen Abstecher nach Rodel, um uns die alte Kirche dort anzusehen.
Sie enth├Ąlt drei alte Grabst├Ątten und ein altes kleines Kreuz, ist aber ansonsten nicht m├Âbliert. Das Grab von Alexander MacLeod ist besonders sehenswert, weil es mit reichlich Zeichen und Bildern verziert ist. Auf dem kleinen Friedhof rund um die Kirche sind jede Menge MacLeods aus allerlei Jahren begraben, auch sehr alte Grabsteine sind dabei. F├╝r Leute, die diese reich verzierten Grabsteine m├Âgen, ist es auf jeden Fall einen Abstecher wert.

vor der Kirche war erstmal Gesichtskontrolle..

Die Kirche St. Rodel

Das Grab von Alexander McLeod... ob das DER Highlander war ?

Danach ging es zur├╝ck nach Leverburgh und auf die F├Ąhre zu den Uists. Angekommen auf Berneray, der kleinen vorgelagerten Insel, erkundeten wir diese unfreiwillig bis zum letzten Haus, da wir in die falsche Richtung gefahren sind.

Die kleine F├Ąhre von Lewis zu den Uists

hier gibts viele kleine Inseln...

Inselpanorama von Harris and Lewis

Irgendwann fanden wir jedoch den Weg nach North Uist und auch das anvisierte Vogelschutzreservat. Es gibt ein kleines Visitor Center, in dem die Vogelarten erkl├Ąrt werden, die im Reservat leben. Eine kleine Karte zeigt den Rundweg durch das Reservat. Dieser sieht auf der Karte kleiner aus als er ist und eine L├Ąngenangabe habe ich nicht gefunden. Ich ben├Âtige dann auch etwas ├╝ber zwei Stunden um die Runde zu drehen, und das ohne mich allzu lange mit Beobachten aufzuhalten. Es ist aber ein sch├Âner Weg und man kann wirklich gut die V├Âgel beobachten.Ein wenig abgek├Ąmpft erreiche ich mit Max wieder unser Womo, wo Peter sich schon etwas Gedanken gemacht hat, wo wir denn so lange bleiben.

Ein paar der Reservatbewohner...

stellten sich dann auch..

den Kameras der Besucher.

Danach geht es weiter zu dem Campingplatz auf Benbecula. Auch dieser ist ganz gut, aber mit 17 GBP ohne Strom relativ teuer. Daf├╝r sind aber die Duschen umsonst, was bisher nicht der Fall war.

Dienstag, 18.05.2010

Heute geht es weiter nach South Uist. Durch die D├Ąmme, die die beiden Hauptinseln mit den kleineren dazwischen verbinden, erinnern die Uists ein wenig an die Alands. Wir steuern den als Nachtlager gedachten Parkplatz am Loch Druidibeg an, der sich jedoch als solches nicht eignet. Wir machen uns daher nur auf den Weg, den Weg durch das Naturschutzgebiet zu erwandern. Irgendwie sind wir aber heute alle drei nicht sonderlich fit und so brechen wir zwischendrin ab.

Blick auf den Loch Druidibeg.

an dieser Stelle brachen wir ab, der Weg geht einmal rundherum

auf dem R├╝ckweg entdeckten wir noch diese Sch├Ânheit

Das Wetter ist heute gut und wir machen uns auf, noch einen sch├Ânen Stellplatz f├╝r die Nacht zu finden. Wir haben Erfolg und stellen uns in der N├Ąhe von Stoneybridge an den Strand. Nach kurzer Zeit gesellen sich zwei weitere Womos zu uns. Leider zieht inzwischen starker Wind auf und der Himmel zieht sich zu, sodass man nicht mehr am Strand sitzen kann. ├ťber Nacht regnet es auch wieder heftig.

leider war es schon heftig windig.. schade bei dem Strand

unser Stellplatz f├╝r die Nacht

Mittwoch, 19.05.2010

Der Tag heute beginnt fr├╝h, denn wir m├╝ssen schon um 8.20 Uhr an der F├Ąhre in Lochboisdale sein. Ansonsten ist der Tag unspektakul├Ąr. Es ist f├╝rchterlich neblig und kalt, man kann also nicht draussen sitzen und so verbringen wir die Stunden bis 14.00 Uhr mit Spielen und Lesen. In Oban angekommen f├╝llen wir erstmal vordringlich unsere Gasflasche, zum Gl├╝ck finden wir auf Anhieb eine Tankstelle mit Autogas. Danach machen wir uns auf den Weg nach Kennacraig, um unsere F├Ąhre nach Islay zu erreichen. Es klart inzwischen etwas auf, bleibt aber ungem├╝tlich. Auf Islay angekommen geht es noch das kurze St├╝ck bis zum Loch Indaal hinter Bridgend. Hier haben wir schon im vergangenen Jahr gut gestanden und wiederholen das diesmal.

Donnerstag, 20.05.2010

Heute morgen ist es noch etwas zugezogen und nieselt ein wenig, aber es ist sehr mild. Man kann den Pullover jetzt gegen das T-Shirt tauschen. Wir d├╝sen Richtung Coal Ila und sind verwundert, wie gro├č diese Destillerie ist, da wir sie bisher f├╝r relativ unbekannt hielten. Wir haben die letzte F├╝hrung vor der Mittagspause knapp verpasst und bis zur n├Ąchsten dauert es uns zu lange.

unser Stellplatz f├╝r die Nacht

ob die wohl auch ein Tasting machen ?

so wurde also ein Fa├č gewogen..

Und so knattern wir zur├╝ck zum Loch Finnlagan, um uns die ├ťberreste der Wohnstatt der Insellords anzusehen. Es gibt ein kleines Besucherzentrum, das ├╝ber die Insellords vom Clan MacDonald berichtet und einige Ausstellungsst├╝cke zeigt, von Werkzeugen und anderen Dingen, die auf der Insel gefunden wurden. Alles in allem ganz ├╝bersichtlich, aber durchaus interessant.

das ist alles, was von der Heimstatt der Insellords ├╝ber ist..

jetzt f├╝hlen sich nur noch die V├Âgel heimisch..

Oh, die Insellords kehren zur├╝ck... ach nein, doch nur ein paar Angler

ein paar alte Grabplatten wurden unter Glas gesetzt

Danach gehtÔÇÖs noch mal nach Bowmore zum Einkaufen und Auff├╝llen der Whiskyvorr├Ąte im Islay-Whiskyshop. Und nun nichts wie ab zum Killinallan Point. Die Sonne ist schon ein wenig am Himmel zu sehen und so kann man sich sch├Ân auf dem kleinen M├Ąuerchen niederlassen und den Rest des Tages in Ruhe genie├čen.

Freitag, 21.05.2010

Nachdem wir erstmal ausgeschlafen haben, brechen wir bei etwas zugezogenem Himmel aber warmer Luft auf zu unserer Strandwanderung schlechthin. Die Schafe sind noch zahlreich vorhanden, aber unsere Seehunde sind leider nicht zu sehen. Der Strand ist jedoch genauso herrlich und genauso leer wie im letzten Jahr. P├╝nktlich, als wir den Killinallan Point erreichen, steht die Sonne am Himmel und wir flezen uns erstmal in den Sand..

auf der Wiese hinterm Strand mal ausnahmsweise K├╝he

Nachdem wir unter den warmen Strahlen ein wenig Kraft f├╝r den R├╝ckweg getankt hatten, trotteten Max und ich am Strand entlang zur├╝ck und Peter zog es durch die D├╝nen.
Kurz bevor wir vom Strand auf den Weg zur├╝ckkehren wollten, h├Ârten wir es verd├Ąchtig vom anderen Ufer heulen und das was ich von weitem f├╝r Steine gehalten hatte, bewegte sich.
UNSERE Seehunde waren wieder da.
Um sie aus etwas gr├Â├čerer N├Ąhe beobachten zu k├Ânnen, watete ich sogar in das kalte Wasser des Loch Gruinart. Peter war inzwischen wieder zu uns gesto├čen, aber die Seehunde waren diesmal nicht so neugierig wie im letzten Jahr und machten keine Anstalten n├Ąher zu kommen.So traten wir endg├╝ltig den R├╝ckweg an und erreichten abgek├Ąmpft unser Womo, wo wir es uns erstmal gem├╝tlich machten.

diesmal auf der anderen Seite des Loch Gruinart - unsere Seehunde

Samstag, 22.05.2010
Nach einem gem├╝tlichen Fr├╝hst├╝ck tuckelten wir ├╝ber die Singletrack-Road zum Fr├╝hschoppen nach Kilchoman. Da nur wir beide zur 11-Uhr-F├╝hrung anwesend waren, erhielten wir sozusagen eine Privatf├╝hrung. Hierbei ist einmal ganz interessant, dass es sich ja um eine sehr kleine Destillerie handelt und zum zweiten, dass hier auch noch selber die Gerste gemalzt wird. Das ist nur noch in ganz wenigen Destillerien der Fall. Der Kilchoman-Whisky ist also 100 % - Islay, da sind sie dort auch sehr stolz drauf. Trotz seiner wenigen Jahre Reifezeit, denn die Destillerie wurde erst 2005 gegr├╝ndet, ist er doch schon relativ rund und geschmackvoll.

das kleine Malzh├Ąuschen, hier sogar wirklich noch genutzt

hier in Kilchoman ist alles ein wenig kleiner

und beschaulicher als in den gro├čen Destillerien

Da wir heute wieder einen sonnigen und warmen Tag hatten, strebten wir noch einen Strandspaziergang an und fanden auch einen sch├Ânen Parkplatz entweder an der Saligo- oder der Machir-Bay, da bin ich mir nicht so ganz sicher. Auf jeden Fall war es ein herrlicher, fast menschenleerer Sandstrand mit toller Brandung und nach einem ausgiebigen Spaziergang nutzten wir die Gelegenheit, uns noch ein wenig in der Sonne zu braten. 

so konnte man den Strandtag wirklich genie├čen

Am fr├╝hen Nachmittag steuerten wir dann Port Charlotte und den dortigen Campingplatz an. Es gibt nicht viele Stellpl├Ątze mit Strom und wir konnten gl├╝cklicherweise einen ergattern. F├╝r einen l├Ąngeren Aufenthalt empfiehlt sich wohl eine Reservierung. Mit Blick auf den Loch Indaal, verbrachten wir dort einen tollen und ausgeruhten Nachmittag. Port Charlotte ist ein s├╝├čes kleines St├Ądtchen, das ein paar Restaurants bzw. Cafes bietet, einen Supermarkt und was man sonst noch so zum Urlaubsleben braucht.

Sonntag, 23.05.2010

Auch diesen Tag begannen wir wieder ganz gem├╝tlich. Dann machten wir unser Womo fertig und bei herrlich sonnigem Wetter fuhren wir Richtung Portnahaven. Dort endete unsere Rundtour ├╝ber die Rhinns of  Islay erstmal am Hafen, da wir den Abzweig verpasst hatten. Dort tummelten sich mitten im Hafenbecken ein paar Seehunden und drehten ihre Runden oder sonnten sich. Das war die kleine Irrfahrt ja schon mal wert.

es war Sonntag, da liegt man schon mal faul rum

einen kleinen Showmaker gabs auch

Nachdem wir den Abzweig gefunden hatten, fuhren wir auf teils recht abenteuerlicher Singletrack-Road rund um die Rhinns. Leider gab es hier keine wirklich gute M├Âglichkeit mehr stehen zu bleiben und zum Strand zu gehen. Interessant ist dieses St├╝ckchen Islay aber trotzdem. Wir kamen noch an der Ruine einer alten Kapelle vorbei und fuhren durch das einzige wirkliche St├╝ck Wald der Insel. Dieser ist jedoch privat und eingez├Ąunt.

die Rhinns of Islay liegen sehr abgeschieden

der Dreimaster lag pl├Âtzlich im Loch Indaal vor Anker

Danach  tuckerten wir wieder zu der Standm├Âglichkeit am Ende des Loch Indaal zur├╝ck, da wir am n├Ąchsten Morgen zur F├Ąhre mussten. Der Himmel zog sich leider richtig zu und es gab einen dicken Nebel, der sich erst am sp├Ąten Abend wieder lichtete. Dazu wurde es nat├╝rlich auch gleich merklich k├╝hler.

Montag, 24.05.2010

Heute morgen weckte uns wieder die Sonne, aber der Wind war wieder mal k├╝hl. Nach kurzem Fr├╝hst├╝ck machten wir uns ├╝ber die bekannte Buckelpiste wieder auf nach Port Ellen.
Hier erstanden wir endlich mal noch ein paar Postkarten f├╝r die Lieben daheim und dann gings wieder fort von Islay, der Insel,
auf der man die Zeit vergessen kann.

der Hafen von Port Ellen

Die ├ťberfahrt war ruhig und nachdem wir auf unserer Pole-Position die F├Ąhre verlassen hatten d├╝sten wir die paar Kilometer zur F├Ąhre Clonaig- Lochranza weiter, um nach Arran ├╝berzusetzen. Wir erreichten den Campingplatz in Lochranza am fr├╝hen Nachmittag und genossen noch die Sonne.

Dienstag, 25.05.2010

Nach dem Fr├╝hst├╝ck und dem abermaligen Bestaunen der Rehe auf dem Campingplatz machten wir uns auf Richtung Whiting Bay. Unterwegs hielten wir noch an der Arran-K├Ąserei und erstanden ein paar Mitbringsel sowie eigenen Vorrat an dem k├Âstlich K├Ąse, der hier hergestellt wird.

In Whiting Bay schn├╝rten wir die Wanderschuhe und erkletterten den Berg zu den Glendash ÔÇô Falls und den Giants Graves. Der Wasserfall ist ganz sehenswert, f├╝r das Iron-Age-Fort, das am Weg liegt, sowie die Giants Graves ben├Âtigt man schon einiges an Phantasie, um sich vorstellen zu k├Ânnen, wie das wohl mal ausgesehen hat. Das Wetter war trotz des k├╝hlen Windes herrlich zum Laufen und die Aussicht ├╝ber die Bucht ist grandios. Wir hatten aber auch eine gute Fernsicht an diesem Tag. Der Weg von etwa 4 ÔÇô 5 km dauerte in unserem Tempo und entsprechenden Pausen ca. 2 Stunden und lohnt sich zu laufen.

die morgen- und abendlichen Besucher auf dem Campingplatz

die Glenashdale - Falls

Aussicht Richtung Inselnorden

die Giants Graves

Danach waren wir ein wenig kaputt und hungrig, und wollten uns schnell einen Platz f├╝r die Nacht suchen. Das gestaltete sich jedoch etwas schwierig, da es im s├╝dlichen Teil der Insel keine M├Âglichkeiten zum frei stehen ergeben, ausser man parkt direkt in einem der zahlreichen kleinen Orte entlang der K├╝ste. Da wir dies aber nicht so gerne tun, d├╝sten wir wohl oder ├╝bel weiter bis zum Wanderparkplatz der Kings Cave. Laufen wollten wir ja nicht mehr, ausserdem war es inzwischen 17.00 Uhr geworden, denn wirklich schnell fahren kann man ja nicht. So stellten wir uns einfach nur ab und ruhten uns aus.

die Herausforderung f├╝r den Fahrer

Mittwoch, 26.05.2010
Heute wollten wir dann noch mal nach den stehenden Steinen suchen, die wir letztes Jahr nicht gefunden haben. Da wir ja dieses Mal besser drauf waren und nach nochmaligem Lesen im Reisef├╝hrer in etwa wussten, wo wir suchen m├╝ssen, hatten wir mehr Hoffnung. Und tats├Ąchlich, wir entdeckten diesmal den Wegweiser und sofort war uns klar, warum wir das im letzten Jahr nicht gefunden haben. Es ist ein Wegweiser zu einem Fu├čpfad, der zu den Machrie-Standing-Stones f├╝hrt. Daneben gibt es eine winzige Parkm├Âglichkeit f├╝r max. 2 Autos. Die entdeckten wir jedoch erst, als wir schon vorbeigefahren waren. Ein PKW stand dort bereits. Da man ein 7-m-Womo nicht mal eben wendet, fuhren wir bis in den n├Ąchsten Ort um dort zu drehen und tuckerten langsam zur├╝ck. Genau in dem Moment als wir beschlossen, wir k├Ânnten noch hinter dem PKW parken, kam uns ein Auto entgegen, bog am und parkte. Tja.. das war┬┤s. So drehten wir wieder an der n├Ąchsten M├Âglichkeit, fuhren wieder in die andere Richtung, stellten fest, der erste PKW stand immer noch und beschlossen, dass die Standing Stones nicht so interessant sein k├Ânnen, dass wir jetzt irgendwo warten, damit wir da vielleicht mal parken k├Ânnen. Wir beschlossen, wieder zum CP in Lochranza zu fahren, zum einen weil es dort wirklich sch├Ân ist und zum zweiten, weil wir keine Lust hatten, nach einem Stellplatz zu suchen. Auf dem Weg entdeckten wir ein bis zwei M├Âglichkeiten, wo man h├Ątte stehen bleiben k├Ânnen.
W├Ąhrend wir so dahinkurvten, zogen wir unser Fazit ├╝ber Arran. Die Insel ist landschaftlich sehr sch├Ân und reizvoll, bietet zahlreiche Wanderm├Âglichkeiten und ist zu Fu├č oder mit dem Rad oder Motorrad sicher super zu erkunden. M├Âglichkeiten f├╝r den Wohnmobilisten ergeben sich nicht wirklich viele. Am besten stellt man sich auf einen der drei Campingpl├Ątze und holt sich ein Ticket f├╝r den Bus. Die Busverbindungen scheinen sehr gut zu sein. Ein englisches P├Ąrchen erz├Ąhlte uns vorgestern, sie h├Ątten alles per Bus erkundet.
Dann checkten wir wieder auf dem Campingplatz ein und beschlossen gleich f├╝r die beiden noch ausstehenden N├Ąchte zu buchen und die letzten 1 ┬Ż Tage gem├╝tlich hier zu verbringen, bevor wir uns wieder aufs Festland aufmachen.

Freitag, 28.05.2010

Wie schon im Jahr zuvor nahmen wir die F├Ąhre von Brodick nach Adrossan um wieder ans schottische Festland zu gelangen.
Unser Ziel f├╝r heute hie├č New Lanark, das wir gegen Nachmittag erreichten. Wir machten es uns auf einer der menschenleeren oberen Etagen des Parkplatz der von uns anvisierten Sehensw├╝rdigkeit bequem und verbrachten dort eine ruhige Nacht.

Samstag, 29.05.2010

Heute besuchten wir das New Lanark World Heritage Village. In dem lebendig gehaltenen Museum wird an den Industriellen und Sozialreformer Robert Owen (1771 - 1858) erinnert.
Dieser schuf in der von seinem Schwiegervater ├╝bernommenen Spinnerei menschenw├╝rdige Zust├Ąnde. F├╝r damalige Verh├Ąltnisse fast ein kleines Wunder. Es gab keine Kinderarbeit mehr, alles Kinder durften bis zum 12. Lebensjahr in die angeschlossene Schule gehen.
Es gab einen Arzt f├╝r die Belegschaft und ihre Familien und einen Kr├Ąmerladen, der zu zivilen Preisen seine Waren anbot.
Es gab auch erste Ans├Ątze der Erwachsenenbildung und einer kostenlosen Kranken- und Rentenversicherung. Man sorgte f├╝r hygienische Wohnverh├Ąltnisse mit Badezimmern und weniger als 10 Personen pro Wohnung. Eine kleine Revolution !.
Der Besuch ist sehr sehenswert und von dem gro├čen Dachgarten der Spinnerei hat man einen tollen Ausblick ├╝ber das Dorf im Dorf.

Panoramablick ├╝ber New Lanark

die Dampfmaschine in der Spinnerei

die gro├če Spinn - Maschine

die Spinnerei liegt am River Clyde

Nach dem Besuch der Spinnerei vertraten wir uns noch ein wenig die Beine und maschierten zu den nahen Falls of Clyde. Ein netter Spaziergang zu den wenig spektakul├Ąren Wasserf├Ąllen
des River Clyde.

Falls of Clyde

Danach machten wir uns auf die nervenaufreibende Suche nach einem Campingplatz. In dieser Gegend gar nicht so einfach. Der n├Ąchstgelegene ausgeschilderte Platz war ein reiner Dauercamper-Platz, auf dem scheinbar auch kein einziges Eckchen mehr frei war. Da wir heute unbedingt fernsehen wollten, um mit Lena beim Eurovision Song Contest mitzufiebern, fiel der zweite Platz, den wir ansteuerten aus, da er tief in einer baumbestandenen Senke stand. Endlich, nach ├╝ber 2 Stunden Irrfahrt fanden wir auf einem schon fast vollbesetzten Campingplatz ein schiefes Pl├Ątzchen zwischen lauter grillenden und l├Ąrmenden Campern.
Zumindest waren sie sehr nett, stellten ihre Autos zur Seite und ├Ąhnliches, damit wir wenigstens halbwegs gerade stehen konnten.
Immerhin hat Lena gewonnen, das war doch wenigstens ein
guter Tagesabschlu├č.

Sonntag, 30.05.2010

Heute fuhren wir dann ins nahe gelegene Besucherbergwerk bei Wanlockhead. Wir besichtigten das Museumsdorf, machten eine lehrreiche F├╝hrung in der ehemaligen Bleimine mit und konnten einen Blick auf die britische Meisterschaft der Goldw├Ąscher werfen. Diese fand an diesem Wochenende im Museum of Lead Mining statt.
Auch nach diesem Museumsbesuch waren wir wieder froh, dass wir gut 150 Jahre sp├Ąter auf die Welt gekommen sind, als die Kinder,
die noch hier im Bergwerk schuften mussten. Die Lebenserwartung eines Jungen betrug ca. 10 Jahre, das fanden wir ziemlich traurig.

der Eingang zur Bleimine

ein kleiner Lorenzug vor einem geschlossenen Minenzugang

die Pumpe, die das Wasser aus den Stollen pumpte

Nach dem Museumsbesuch rollten wir unserem letzten Urlaubsziel entgegen. Dies lag dann schon auf nordenglischem Boden, ist aber eine ehemals schottisch-englische Grenze:
Der von den R├Âmern zum Schutz vor den schottischen Barbaren errichtete Hadrian┬┤s Wall.

Nachdem wir feststellen mu├čten, dass alle Parkpl├Ątze entlang der diversen Sehensw├╝rdigkeiten mit ÔÇťNo overnight parkingÔÇŁ - Schildern versehen waren, beschlossen wir den n├Ąchstgelegen Campingplatz anzusteuern. Hier gabs auch noch ein freies Pl├Ątzchen und wir genossen einen ruhigen Nachmittag im verregneten Nordengland.

Montag, 31.05.2010

An diesem Morgen schien schon wieder die Sonne und so machten wir uns gutgelaunt auf, um in r├Âmischer Vergangenheit zu wandeln.
Vom Betreiber des Campingplatzes hatten wir erfahren, dass heute ein Feiertag ist, uns stellten wir uns schon mal darauf ein, dass es etwas voller sein konnte, und so war es auch.

Zun├Ąchst ging es zur ehemaligen Grenzfestung Housesteads. Hunde d├╝rfen mit aufs Gel├Ąnde, was uns schon mal sehr zusagte, und so stapften wir h├╝gelan. Oben angekommen, hie├č es erstmal Luftschnappen, einen Kaffee trinken und die Aussicht genie├čen.
Dann wurden wir beide zum Zenturio und genossen das r├Âmische Bad, schwitzten auf dem Exerzierplatz und lagen dekadent vor dem Kamin...nat├╝rlich nur in unserer Fantasie, aber diese wird reichlich angeregt in den Ruinen des Forts.

Festungsanlage Housesteads

ein ├╝briggebliebenens St├╝ckchen des Walls

Nach Housesteads fuhren wir dann noch zum Brocolitia Fort,
ebenfalls eine Festungsanlage, aber auch Wohnort der Familien der in Housesteads eingesetzten Soldaten.
Hier gab es auch zwei als r├Âmische Soldaten verkleidete F├╝hrer, die ├╝ber das Leben von damals berichteten.
Wir streiften auch hier noch durch die Ruinen und das kleine zugeh├Ârige Museum, das Fundst├╝cke aus den Ausgrabungen zeigt, die hier stattfinden.
Danach kehrten wir voll geschichtlicher Eindr├╝cke zur├╝ck zum Campingplatz, um die letzte Nacht vor der Heimfahrt gem├╝tlich anzugehen.

Eindr├╝cke vom Brocolitia-Fort

Dienstag, 01.06.2010

Heute gings dann fr├╝h auf den Weg zur├╝ck Richtung Dover. Wir fuhren ziemlich ereignislos (was f├╝r eine R├╝ckreise ja nicht schlecht ist ) bis zu einem Campingplatz kurz vor London. Hier verbrachten wir noch eine Nacht, da unsere F├Ąhre am Mittwoch gegen mittag von Dover wieder zur├╝ck nach D├╝nkirchen ging.

Mittwoch, 02.06.2010

Die letzten Kilometer bis Dover gelingen m├╝helos und so verbringen wir noch etwas Wartezeit am Hafen, bis die F├Ąhre uns in Ihrem Bauch verschluckt und ein wundervoller Urlaub mal wieder ein Ende hat. Schnell noch einen letzten Blick auf die Insel werfen, so schnell planen wir nicht wiederzukommen.
Neue Ziele stehen auf unserem Wunschzettel und ausserdem soll es n├Ąchtes Jahr mal wieder Norwegen werden.

Dover Castle

die Kreidefelsen

Machts gut und danke f├╝r den Fisch !

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